Baukonjunktur im Mai 2017: Wieder Fahrt aufgenommen; Umsatz wächst zweistellig

Im Mai hat nach den Daten der monatlich meldenden Betriebe der Umsatz wieder kräftig zugelegt.

Die nachhaltige Nachfrage konnte dank zweier im Vergleich zum Vorjahresmonat mehr zur Verfügung stehenden Arbeitstagen auch in ein deutliches Umsatzplus umgemünzt werden; (+16,2 %). Der Umsatz der meldenden Betriebe (ab 20 Beschäftigte) erhöhte sich damit kumulativ auf nahe +11 % gegenüber dem Vorjahr. Die Unternehmen dieser Größenordnung haben vom Auftragspolster zu Jahresbeginn und hohen Orderzugang im ersten Quartal profitiert. Der Orderzugang fällt im zweiten Quartal verhaltender aus. Damit dürfte sich auch das Tempo der Umsatzentwicklung in den kommenden Monaten beruhigter zeigen.
Im Folgenden wird die Bewertung der Konjunkturentwicklung auf die verfügbaren Daten für Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten abgestellt.

In den einzelnen Sparten zeichnet sich folgende Entwicklung ab.

Der Umsatz im Wohnungsbau erreicht per Mai 6,3 Mrd. Euro (+11,4 %). Im gesamten Jahr 2016 lag der Anteil des Meldebereiches am Umsatz dieser Bausparte bei 41 %. Er hat sich sukzessive erhöht, was auf die anziehende Neubautätigkeit und hier insbesondere den Mehrfamilienhausbau zurückzuführen ist. An diesem partizipieren die großen Unternehmen stärker als im Einfamilienhausbereich.

Die Baugenehmigungen für Neu- und Umbauten in Wohngebäuden, bemessen nach Baukosten, haben gegenüber den exorbitant hohen Vorjahreswerten (per Mai 2016 +25%) etwas nachgegeben (per Mai 2017 -1,4 %). Insgesamt bleibt es damit aber bei einem hohen Niveau der Nachfrage, die sich insbesondere auf den Mehrfamilienhausbau stützt. Hier wurden mehr als 66.200 WE genehmigt, das waren 4 % mehr als vor Jahresfrist.

Im Bereich der Ein- und Zweifamilienhäuser wurden gut 46.000 WE genehmigt. Das waren zwar ca. 11 % weniger als vor Jahresfrist aber immer noch deutlich mehr als in den Vorjahren. In 2016 hatte es hier, wie auch bei den Umbaumaßnahmen, einen deutlichen Nachfrageschub von über +20 % gegeben. Auch bei den Umbaumaßnahmen ist daher eine Anpassung zum Vorjahreswert der genehmigten WE zu verzeichnen (-25 %). Am deutlichsten fällt der relative Rückgang mit -32,4 % bei der Genehmigung von WE in Wohnheimen aus. Hier dürfte sich der nachgelassene Zustrom an Flüchtlingen bemerkbar machen.

Der Orderzugang liegt per Mai um ca. 5% über dem Vorjahresvergleichswert. Allerdings erreichten die Order in den letzten beiden Monaten nur noch knapp das Vorjahresniveau. Insgesamt bleibt der Wohnungsbau bei einer hohen Drehzahl und Stütze der Baukonjunktur.

Der Umsatz im Wirtschaftsbau liegt per Mai bei 10,9 Mrd. Euro (+9,5 %). (Im gesamten Jahr 2016 lag der Anteil der meldenden Unternehmen am Umsatz dieser Bausparte bei knapp 80 %.) Dabei zeigen sowohl der anteilsstärkere Hochbau (+12,6 %) als auch der Tiefbau (+6,6 %) ansprechendes Wachstum.

Der positive Trend hält bereits seit 2016 an und kann als Beleg für eine gewachsene Investitionsbereitschaft der Wirtschaft gewertet werden. Die anhaltend gute Konjunkturentwicklung bei bereits hoher Kapazitätsauslastung dürfte der Treiber dafür sein.

Der Orderzugang im Mai zeigt einen Rücksetzer an (-7,5 %). Kumulativ sind per Mai gleichwohl deutlich mehr Aufträge eingegangen als im Vorjahreszeitraum (+7,2 %). Nach den Daten der Baugenehmigungen ist in den kommenden Monaten eher von einer verhalteneren Dynamik der Nachfrage im Hochbau auszugehen. Seit einigen Monaten erreicht das Genehmigungsverlangen nicht mehr das Vorjahresniveau (kumulativ ca. -5 %).

Die höchsten Zuwachsraten bei der Umsatzentwicklung verbucht der öffentlichen Bau. Mit gut 8,1 Mrd. € erreichen die Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigen ein Plus von ca. 12 %. (Hier haben die Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten einen Anteil von fast 90 % am Umsatz aller Betriebe.) Hervorhebenswert ist dabei, dass der anteilsstarke Tiefbau mit einem Wachstum von über 12 % die deutlichsten Impulse gibt.

Die sich bereits im letzten Jahr zeigende Belebung der Investitionstätigkeit der öffentlichen Hand setzt sich fort. Dies zeigt sich auch beim Orderzugang, der im Hoch- und Tiefbau ein Plus von ca. 7 % zum Vorjahr aufweist und im Tiefbau besonders stetig ausfällt.

Auch in den kommenden Monaten kann angesichts einer verbesserten Kassenlage der öffentlichen Hand und der höheren Budgetierung im Bundeshaushalt mit einem nachhaltigen Umsatzwachstum gerechnet werden.

Die Zahl der Beschäftigten hat im Bereich der monatlich meldenden Betriebe im Jahresverlauf stetig um ca. 6 % zugelegt. Das ist etwa doppelt so viel, wie nach dem Mixmodell für alle Beschäftigten des Bauhauptgewerbes ausgewiesen wird.