Baukonjunktur im März 2018: Baunachfrage weiter sehr dynamisch; Kapazitäten weiter aufgebaut

Im März ist die Leistung (geleistete Stunden) gegenüber dem Vorjahresmonat um ca. 13% zurückgegangen. Ein Rückgang, der erwartet worden ist. Zum einen standen im März zwei Arbeitstage weniger zur Verfügung, als im Vorjahr. Zum anderen meldeten wegen der ausgesprochen kalten Witterung deutlich mehr Bauunternehmen witterungsbedingte Behinderungen, als im Vorjahr.

Die Umsatzentwicklung folgte dieser Entwicklung mit der erwarteten Setzung. Zum Jahresende 2016 hat das Statistische Bundesamt die Aufschätzung zur Konjunkturentwicklung für alle Betriebe im Bauhauptgewerbe (Umsatz, Arbeitsstunden, Beschäftigte) eingestellt. Bereitgestellt werden nur noch die Daten für Betriebe ab 20 Beschäftigten. Für diesen Meldebereich liegt der Umsatz im März mit 5,4 Mrd. € um 5,4 % unter dem Vorjahreswert. Kumulativ erreichte der Umsatz ca. 13,7 Mrd. €. Das sind 6,5 % mehr als im Vorjahr. Per Februar 2018 lag der Wert noch bei +15,7 %.
Der Auftragseingang reicht im März nicht an die Vorjahreswerte der Bausparten heran. Diese waren im Vorjahr ausgesprochen hoch ausgefallen. (Die Order erreichten in den folgenden Monaten des Jahres 2017 nie mehr die Märzwerte.) Die Order im März 2018 bestätigen mit 7,1 Mrd. € trotzdem das hohe Niveau der Baunachfrage. Diese dokumentiert sich auch in den weiter dynamisch gestiegenen Auftragsbeständen. Zum Ende des ersten Quartals liegen sie mit 46 Mrd. € um 5,6 Mrd. € (+14 %) über dem Vorjahreswert. Der Auftragsbestand hat sich damit trotz gestiegener Produktion im ersten Quartal weiter aufgebaut. Die Reichweite der Aufträge beträgt ca. 7 Monate.

In den einzelnen Sparten zeichnet sich folgende Entwicklung ab:

Der Umsatz im Wohnungsbau liegt für den Meldebereich (Betriebe ab 20 Beschäftigten) im März bei 1,4 Mrd. € (-4 %) und kumulativ bei 3,7 Mrd. Euro (+13 %). Im gesamten Jahr 2017 lag der Anteil dieses Meldebereiches am Umsatz dieser Bausparte bei 44 %. Er hat sich damit seit 2010 um 10 %-Punkte erhöht, was auf die anziehende Neubautätigkeit im Mehrfamilienhausbau zurückzuführen ist. An diesem partizipieren die großen Unternehmen stärker.

Die Baugenehmigungen für Neu- und Umbauten in Wohngebäuden, bemessen nach Baukosten, haben im März das Vorjahresniveau gut gehalten. Dabei setzt sich ein Trend fort: Während die Anzahl der Baugenehmigungen für Mehrfamilienhäuser (MFH) im Vergleich zulegt, bleiben die beantragten Genehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser (EFH/ZFH) etwas hinter dem Vorjahr zurück. Insgesamt wurden bis Ende März für knapp 80.000 WE Genehmigungen erteilt, davon gut die Hälfte im Neubau von MFH ein Drittel entfiel auf EFH/ZFH.

Die (rechnerische) Reichweite der Order liegt weiter bei gut fünf Monaten.

Der Umsatz im Wirtschaftsbau liegt für den Meldebereich (Betriebe ab 20 Beschäftigten) im März bei 2,4 Mrd. € (-3 %) und kumulativ bei 6,2 Mrd. € (+7 %). Der Anteil dieses Meldebereiches am Umsatz dieser Bausparte liegt bei 80 %.

Die hohe Kapazitätsauslastung in der Wirtschaft schlägt sich weiter in Investitionsbereitschaft nieder. So wurden für Fabrikgebäude per März gut 20 % mehr Genehmigungen beantragt (bemessen nach Baukosten) als im ersten Quartal 2017; für Bürogebäude sind es +26 %, einzig für Handels- und Logistikgebäude fiel die Steigerung mit +3 % schmaler aus.

Der Auftragsbestand liegt im Gewerblichen Bau zum Ende des ersten Quartals bei 19,4 Mrd. € (+14 %). Die Reichweite der Aufträge liegt (rechnerisch) inzwischen bei über 7 Monaten.

Der Umsatz im öffentlichen Bau liegt für den Meldebereich (Betriebe ab 20 Beschäftigten) im März bei 1,6 Mrd. € (-10 %) und kumulativ bei 3,9 Mrd. €. Damit wird das Vorjahresergebnis des ersten Quartals gehalten. Der Anteil dieses Meldebereiches am Umsatz dieser Bausparte liegt bei knapp 83 %.

Der Auftragsbestand liegt im öffentlichen Bau zum Ende des ersten Quartals bei 18,4 Mrd. € (+16 %). Die Reichweite der Aufträge liegt (rechnerisch) inzwischen bei über 8 Monaten. Es ist daher auch in diesem Bereich mit einer intensiven Bauproduktion in den kommenden Monaten zu rechnen.

Die hohe Auslastung der Kapazitäten in der Bauwirtschaft und die gute Auftragslage lassen die Bauunternehmen weiter in Personalaufbau investieren. Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes, wurden zum ersten Quartal 2018 im Meldebereich ca. 20.000 Beschäftigte mehr eingesetzt als im ersten Quartal 2017 (+5 %).