Baukonjunktur März 2015: Zum Ende des ersten Quartals deutliche Belebung der Bautätigkeit

Nachdem die Bauwirtschaft im Vorjahresvergleich im Januar und Februar verhalten gestartet war, zeigt sich im März eine deutliche Belebung der Bautätigkeit. Auch wenn wegen Dauerniederschlägen zum Monatsende etwas mehr witterungsbedingte Behinderungen als im März 2014 verkraftet werden mussten, fiel die Leistungsbilanz gegenüber dem Vorjahresmonat um 6 % höher aus.

Der Umsatz erreichte im März fast das Vorjahresniveau; kumulativ besteht zum Vorjahr ein Rückstand von 0,64 Mrd. € (-3,7 %). Mit Zuversicht können die kommenden Monate betrachtet werden, Baugenehmigungen (+13,4 %) und Order (+6 %) zeigten im Vorjahresvergleich eine Belebung an.
In den einzelnen Sparten zeichnet sich folgende Entwicklung ab:

Der Umsatz im Wohnungsbau erreicht kumulativ mit 6,6 Mrd. € das Vorjahresniveau. Damit wurde bereits im Jahresverlauf Tempo aufgeholt. Die Frühindikatoren bestätigen den von uns erwarteten weiteren positiven Trend. Es liegen per März mehr Baugenehmigungen für Neu- und Umbauten vor als vor Jahresfrist (+3 % bemessen nach Baukosten). Dazu hat der Zustrom im März (+10 %) erheblich beigetragen. Hinzu kommt der deutliche Überhang an Baugenehmigungen aus den Vorjahren. Die positive Bilanz der Entwicklung der Baugenehmigungen stammt aus dem Bereich der Mehrfamilienhäuser. Der Bedarf an diesen Wohnungen steigt vor allen Dingen in Ballungszentren. Die Genehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser stagnieren hingegen. Am Mehrfamilienhausbau haben die größeren Unternehmen einen höheren Anteil als am Ein- und Zweifamilienhausbau.

Der Zugang an Aufträgen fällt per März im Vorjahresvergleich um ca. 10 % höher aus. Die von uns im Jahresverlauf erwartete Umsatzsteigerung von 3 % im Wohnungsbau liegt damit klar im Zielkorridor.

Der Umsatz im Wirtschaftsbau verfehlte im ersten Quartal mit 6,3 Mrd. € das Vorjahresergebnis um 0,3 Mrd. € (-4 %). Es gibt nunmehr jedoch Anzeichen für eine Belebung der Nachfrage aus der Wirtschaft.

Die erteilten Baugenehmigungen (bemessen in Baukosten) für die Wirtschaft insgesamt (Neu- und Umbau) drehten im März zum ersten Mal in diesem Jahr ins Plus (+11 %). Daran hatten die Neubaugenehmigungen für die anteilsstarken Bürogebäude mit +46 % und die Fabrikgebäude mit +11 % bedeutenden Anteil. Ob das ein nachhaltiger Trend ist, müssen die kommenden Monate zeigen. Die vorhandenen Lagerkapazitäten scheinen zumindest noch ausreichend, hier ist ein erkennbarer Impuls für eine Kapazitätsaufstockung bisher ausgeblieben (kumulativ -23 %). Insgesamt hat die Wirtschaft bis März noch ca. 10 % weniger Genehmigungen beantragt als vor Jahresfrist.

Der aus Umfragen erkennbare Optimismus für den Wirtschaftsbau erhält stützende Argumente von den Auftragsbüchern. Mit fast 13 Mrd. € sind diese zu Beginn des zweiten Quartals gefüllt. Ein bisher nie erreichter Wert. Verbessert zeigt sich dabei insbesondere der Wirtschaftstiefbau (+9 %) der einen Anteil von ca. einem Drittel am Umsatz hat. Zum Wirtschaftstiefbau gehört auch die DB AG, die in diesem Jahr mit einem nachhaltigen Investitionsprogramm startet. 28 Milliarden Euro wollen Bund und Bahn von 2015 bis 2019 in die Schieneninfrastruktur investieren. In der Vereinbarung verpflichtet sich die Deutsche Bahn, 875 Brücken teilweise oder komplett zu sanieren.

Auch wenn es die derzeitige Bilanz der Umsatzentwicklung noch nicht hergibt, angesichts der aufgehellten Stimmungslage der Wirtschaft ist unsere Umsatzprognose von +1,5 % im Wirtschaftsbau 2015 noch gut erreichbar.

Dem Umsatz im öffentlichen Bau fehlen mit 4 Mrd. € per März zum Vorjahresstand ca. 300 Mio. € (- 6,6 %).

Wenn es die Umsatzentwicklung auch noch nicht anzeigt, der Optimismus für die kommenden Monate, der auch aus unseren Umfragen spricht, ist verifizierbar: Die laufend eingehenden Order brachten in allen Monaten des ersten Quartals jeweils Höchstwerte. Mit 11,8 Mrd. € erreicht der Auftragsbestand, der vom Tiefbau geprägt wird, zum Beginn des zweiten Quartals den Spitzenwert in den letzten 15 Jahren (+8,2 % zum Vorjahr). Die Baugenehmigungen mit einem Plus von kumulativ 24% lassen die Bauunternehmen im öffentlichen Hochbau die kommenden Monate zuversichtlich angehen.

Damit die öffentlichen Investitionen nach Jahren der Stagnation wieder das notwendige Tempo aufnehmen, hat die Bundesregierung ein Maßnahmepaket auf den Weg gebracht. Die günstige Situation bei den Steuereinnahmen „verleitet“ Kommunen im Angesicht des Sonderprogramms mehr zu investieren. Auch der Bund schiebt zusätzliche Investitionen an:

Zur Stärkung der Investitionen der Kommunen hat die Bundesregierung ein Gesetz auf den Weg gebracht, mit dem durch ein Sondervermögen beim Bund 3,5 Mrd. € in die Infra- und Bildungsstruktur in den Jahren 2015 – 2018 auf den Weg investiert werden sollen. Um den Investitionsstau in die Bundesverkehrswege aufzulösen ist mit dem Nachtragshaushalt 2015 zusätzlich eine Verpflichtungsermächtigung von sieben Milliarden Euro verankert worden (sogenanntes „10-Mrd.Euro-Programm“). Auf Investitionen in die Verkehrsträger Straße, Schiene, Wasserstraße sollen danach bis 2018 ca. 3,1 Mrd. € entfallen.

Zur Erreichung des Prognosewertes von +1 % im öffentlichen Bau in 2015 ist das Ergebnis aus dem ersten Quartal von nahezu -7 % eine große Hypothek. Allerdings kommt das Zwischenergebnis nicht überraschend. Erst die besonderen Initiativen im Frühjahr zur Ankurbelung der Investitionen lassen die Prognose überhaupt machbar erscheinen.