48.225 km2 beträgt die Siedlungs- und Verkehrsfläche in Deutschland per 31.12.2012

Im Jahr 2003 war von der seinerzeitigen Bundesregierung das Ziel ausgegeben worden, bis zum Jahr 2020 den Flächenverbrauch (Siedlungs- und Verkehrsfläche) bundesweit im Durchschnitt auf 30 ha/Tag zu reduzieren.

Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes hat die Siedlungs- und Verkehrsfläche in Deutschland Anfang der 2000er Jahre noch um mehr als 120 ha/Tag zugenommen, im Zeitraum 2006 bis 2009 noch um 113 ha/Tag, im Zeitraum 2009 bis 2012 nur noch um 74 ha/Tag. Der Trend an zusätzlicher Flächeninanspruchnahme ist also eindeutig abnehmend.

"Siedlungs- und Verkehrsfläche" und "versiegelte Fläche" dürfen nicht gleichgesetzt werden. Die Siedlungs- und Verkehrsflächen umfassen auch einen erheblichen Anteil unbebauter und nicht versiegelter Flächen. So haben zum Beispiel die Erholungsflächen, dabei handelt es sich insbesondere um Grünanlagen und Sportflächen, derzeit einen Anteil von 8,6 % an der Siedlungs- und Verkehrsfläche. Sie tragen in den Jahren 2009 bis 2012 in erheblichem Umfang (25 ha/Tag) zum Anstieg der Siedlungs- und Verkehrsfläche bei.

Die Fläche die Wohnzwecken dient ist Teil der Gebäude- und Freiflächen. Sie belief sich in 2012 auf 12.259 km2 und hatte damit einen Anteil von etwa einem Viertel an der Siedlungs- und Verkehrsfläche.

Mit Blick auf die Zielquote von 30 ha/Tag bleibt wichtig, dass diese kein Selbstzweck sein kann. Wachsende Ansprüche der Bürger an ihre Wohnsituation, die Bekämpfung aufkommender Wohnungsnot, besonders in Ballungsräumen, dürfen nicht an der Verknappung von Bauland scheitern. In einer Studie weist das BBSR, mit Blick auf steigende Baulandpreise, darauf hin, „dass eine Erreichung des 30-ha-Ziels durchaus negative Auswirkungen auf die Wohnraumversorgung einkommensschwächerer Bevölkerungsgruppen haben könnte." *

Zur flächensparenden Siedlungsentwicklung kommen gerade in Ballungsräumen Brachflächen und bereits genutzte Flächen in Betracht. Hier könnte der Bestandsersatz von Bauten aus den 60er und 70er Jahren einen Beitrag zur Wohnraumversorgung vor dem Hintergrund demografischer und klimapolitischer Ziele leisten.

* BBSR: „Konsequenzen des Szenarios Flächenreduktion auf 30 ha im Jahr 2020 für die Siedlungsentwicklung“