39 Mrd. € Investitionsvolumen sind für den zusätzlichen Bedarf an barrierefreien/ -reduzierten Wohnungen erforderlich.

Deutschlands Bevölkerung wird immer älter. Der Anteil der über 65jährigen an der Bevölkerung – der sogenannte Altersquotient – steigt von einem Fünftel in 2008 auf gut ein Drittel in 2060. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes schlägt sich die Alterung besonders gravierend in den Zahlen der Hochbetagten nieder.

Im Jahr 2008 lebten etwa 4 Millionen 80-Jährige und Ältere in Deutschland, dies entsprach 5 % der Bevölkerung. Ihre Zahl wird kontinuierlich steigen und mit über 10 Millionen im Jahr 2050 den bis dahin höchsten Wert erreichen.
Mit dieser Entwicklung steigt die Umbaunotwendigkeit des Wohnungsbestandes auf Erfordernisse der Altersgerechtheit. Die Studie des BMVBS „Wohnen im Alter“ aus 2011 zeigt: Ältere Menschen wohnen, ihrem eigenen Wunsch entsprechend, möglichst lange in ihren Wohnungen. Sie bewohnen vielfach ältere Gebäude. Mehr als die Hälfte der Seniorenhaushalte lebt in Gebäuden der Baujahre 1949 bis 1980. Die Hälfte der Eigentümer und ca. ein Drittel der Mieter leben bereits über 30 Jahre in ihrer jetzigen Wohnung. Der Bedarf an altersgerechtem Umbau ist also unverkennbar groß. Wenn allein nur für Menschen mit Bewegungseinschränkungen entsprechende Wohnungsangebote zur Verfügung gestellt werden sollen, muss nach der aktuellen Studie das Angebot um das Vier- bis Fünffache ausgeweitet werden. Dies entspricht einem zusätzlichen Bedarf von ca. 2,5 Mio. barrierefreien/ -reduzierten Wohnungen. Dieser impliziert nach der Studie ein Investitionsvolumen von 39 Mrd. €. Bis 2020 wird erwartet, dass der Bedarf auf ca. 3 Mio. WE ansteigen wird.

Im Rahmen des Konjunkturpaketes II standen in den Jahren 2009 – 2011 jeweils 80 bis 100 Mio. € an Bundesmitteln für das KfW-Programm „Altersgerechter Umbau“ jährlich zur Neuvergabe bereit. Dass die KfW das Programm seit 2012 aus Eigenmitteln aufrecht erhält, ist einerseits erfreulich. Das Programm erreicht aber in den Konditionen nicht die bisherige und benötigte Wirkung. Dies ist allein schon dadurch bedingt, dass die Zuschussvariante entfallen ist. Ältere Bürger nehmen aber höchst ungern noch Kredite auf. Ohne eine zielgruppenorientierte Förderung wird es aber nicht gelingen, die benötigten altengerechten Wohnungen entsprechend dem wachsenden Bedarf bereitzustellen.

Daher setzt sich der ZDB dafür ein, dass in den Bundeshaushalt wieder Bundesmittel für das KfW-Programm bereitgestellt werden, mindestens in Höhe von 100 Mio. € pro Jahr; notwendig erscheinen mittlerweile 200 Mio. € jährlich.