Die Auftragseingänge aller Unternehmen lagen im ersten Quartal kumulativ 14 % über dem Vorjahreszeitraum.

Bei vergleichbar milder Witterung wie im Vorjahr ist die Bauwirtschaft im ersten Quartal 2016 sehr gut aus den Startlöchern gekommen. Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes liegen die Umsätze für alle Unternehmen kumulativ im ersten Quartal um gut 4 % über dem Vorjahr. Der Auftragseingang lag in den ersten drei Monaten jeweils zweistellig über den Vorjahresvergleichsmonaten; kumulativ bei +14 %.

In den einzelnen Sparten zeichnet sich folgende Entwicklung ab.
Im Wohnungsbau wurden im ersten Quartal mit nahezu 83.000 WE fast 19.000 WE (+29 %) mehr genehmigt, als im Vorjahreszeitraum. Einen solchen Wert gab es zuletzt vor 16 Jahren; im Jahr 2000. Gegenüber dem niedrigsten Stand, im Jahr 2009 mit knapp 35.000 WE, ist das deutlich mehr als eine Verdopplung. Hier schlägt sich die hohe Nachfrage im Wohnungsneubau, insbesondere im Mehrfamilienhausbau nieder.

Im Wirtschaftsbau zeichnet sich die für 2016 befürchtete Stagnation im ersten Quartal nicht in dem Maße ab. Auch wenn die Umsatzentwicklung im ersten Quartal mit +1,2 % von allen Sparten wie erwartet am niedrigsten ausfällt, zeichnen die Frühindikatoren doch für die nächsten Monate eine Verbesserung auf.

Der Bestelleingang lag in den ersten drei Monaten jeweils zwischen +4 % bis + 8% über den Vorjahreswerten (kumulativ +6,6 %). Dabei gingen sowohl im Hochbau (+7,6 %) als auch im Tiefbau (+5,2 %) jeweils mehr Aufträge ein, als vor Jahresfrist.

Die öffentliche Hand hat im ersten Quartal 2016 deutlich mehr Aufträge erteilt, als in 2015. Mit einem Ordereingang von knapp 6 Mrd. € weist der öffentliche Bau hier weiter ein Plus von ca. 20 % auf. Dabei sticht das Bestellvolumen im anteilsstarken Tiefbau mit einem Plus von über 20 % heraus. Der im Bundeshaushalt für 2016 eingestellte Investitionshochlauf bei der Infrastruktur beginnt sich hier wohl niederzuschlagen. Aber auch im Hochbau setzen Länder und Kommunen offensichtlich zu Jahresbeginn Investitionsbudgets für Kitas und Schulen ein.