Baukonjunktur September 2013: Unternehmen nutzen die gute Auftragslage zur Umsatzsteigerung im September.

Im September wurden die Umsätze zum Vorjahr um ca. 4 % gesteigert.

Einerseits schlägt hier ein Mehrarbeitstag zu Buche, andererseits wurden auf der anderen Seite witterungsbedingte Behinderungen infolge von hohen Niederschlägen deutlich überkompensiert. Mit 82 Litern pro Quadratmeter fiel 30 % mehr Regen als im Durchschnitt eines Septembers. Die gute Auftragslage wurde zur Umsatzsteigerung genutzt. Nach knapp minus 3 % per August liegen die Umsätze nun noch um 2 % hinter dem Vorjahr zurück.
Die aufgelaufenen hohen Auftragsbestände lassen in allen Bausparten für die verbleibenden Monate eine dynamische „Aufholjagd“ bei der Umsatzentwicklung im Bauhauptgewerbe insgesamt erwarten. Die Auftragseingänge haben kumulativ ein Niveau erreicht wie zuletzt zur Jahrtausendwende.

Im Wohnungsbau verfehlt die Umsatzentwicklung nach den Daten des Statistischen Bundesamtes das Vorjahresergebnis per September noch um 1,6 %, was einem Rückstand von 0,4 Mrd. € entspricht.

Auffällig bleibt, dass die Umsatzentwicklung in Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten im gesamten Jahresverlauf deutlich besser verläuft als in den Unternehmen mit weniger als 20 Beschäftigten. Kumulativ kommen die größeren Unternehmen im Wohnungsbau auf ein Umsatzplus von 5 %, wohingegen die kleineren das Vorjahresergebnis um gut 5 % verfehlen. Offensichtlich können die größeren Unternehmen von der anziehenden Bautätigkeit im Bereich der Mehrfamilienhäuser profitieren.

Die Frühindikatoren lassen auf eine dynamische Entwicklung im Wohnungsbau in den kommenden Monaten schließen. So halten die Baugenehmigungen ein Plus von knapp 11 % zum Vorjahr (gemessen in Baukosten). Im Neubaubereich wurden per September knapp 20.000 WE mehr genehmigt als im Vorjahr. Dazu hat insbesondere der Mehrfamilienhausbereich mit + 17.000 WE beigetragen. Dies unterstreicht den großen Bedarf, den es an Wohnraum insbesondere in Ballungsgebieten gibt. Auch der Orderzugang zeigt in den letzten Monaten anhaltend steigenden Zuwachs. Der Wohnungsneubau bleibt dynamisch.

Im Wirtschaftsbau fehlen per September gut 700 Mio. € zum Vorjahr (-3 %), was ca. 25 % eines durchschnittlichen Monatsumsatzes entspricht. Während der Wirtschaftshochbau nun das Vorjahresergebnis etwa erreicht hat, bleibt im Tiefbau der bereits im gesamten Jahresverlauf zu beobachtende schwächere Trend erhalten (August minus 5 %).

Für den Bereich Wirtschaftstiefbau lässt der Auftragseingang allerdings Besserung erwarten. Den vierten Monat infolge fallen hier die Order höher aus als im Vorjahresvergleich. Im Wirtschaftshochbau liegen die Orderzugänge kumulativ auf Vorjahresniveau. Die Baugenehmigungen zeigen bei den Lagergebäuden auf Vorjahresniveau, während bei den Fabrikgebäuden weiterhin keine Belebung zu erkennen ist.

Der positive Aufwärtstrend setzt sich im öffentlichen Bau fort. Der Umsatz liegt den vierten Monat infolge über dem jeweiligen Vorjahresmonat. Kumulativ liegt der Rückstand per September nur noch bei 1 %, was etwa 0,2 Mrd. € bzw. ca. 10 % eines durchschnittlichen Monatsumsatzes entspricht.

Dass die Talsohle im öffentlichen Hochbau, die nach dem Auslaufen der hochbaulastigen Konjunkturpakete erreichte wurde, durchschritten ist, zeigen besonders deutlich die Baugenehmigungen mit einem anhaltenden kumulativen Plus von über 30 % an. Die öffentliche Hand hat deutlich mehr Aufträge vergeben, deren Abarbeitung intensiv läuft. Die zusätzlichen Mittel aus dem Infrastrukturbeschleunigungsprogramm erreichen offenbar den Tiefbaubereich. Die verbesserte Einnahmesituation bei den öffentlichen Haushalten stützt das Investitionsgeschehen.