Baukonjunktur Juli 2013: Witterung lässt deutliche Umsatzsteigerung zu; gute Auftragslage kriegt weiteren Nachschub

Anders als in den Vormonaten gab es im Juli keine witterungsbedingten Behinderungen. Zudem stand gegenüber dem Vorjahr ein Werktag mehr zur Verfügung. Die Unternehmen konnten auf Grund der guten Auftragslage daher in allen Sparten im Umsatz gegenüber dem Vorjahresmonat zulegen; insgesamt um knapp 5%. Die Aufträge haben nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes im Juli im Hoch- und Tiefbau real um 15% zugelegt.

In den einzelnen Bausparten zeichnet sich folgende Entwicklung ab:
Der Umsatz im Wohnungsbau übertraf das Juliergebnis des Vorjahres um fast 5%. Das unterjährige Ergebnis liegt bei 16,67 Mrd. €. Kumulativ konnte damit der witterungsbedingte Rückstand auf 2,5% verkürzt werden; (per Juni waren dies noch über 4%).

Die Frühindikatoren lassen hier weiteres Wachstumspotential erkennen. Die Baugenehmigungen liegen kumulativ für Neu- und Umbaumaßnahmen um nahe +12% über dem Vorjahr (Basis Baukosten). Per Juli wurden im Neubau über 15.000 WE mehr genehmigt als vor Jahresfrist. 12.400 davon kommen aus dem Bereich des Mehrfamilienhausbaus. Dies unterstreicht den großen Bedarf, den es an Wohnraum insbesondere in Ballungsgebieten gibt. Auch der Orderzugang zeigt in den letzten Monaten anhaltend steigenden Zuwachs. Kumulativ liegen die Order um 6% über dem Vorjahr.

Der Umsatz im Wirtschaftsbau legte im Juli um 2% zu. Während im Tiefbau nur das Vorjahresniveau gehalten wurde (+0,3%), erreichte der Hochbau eine Steigerung um 3%. Mit 17 Mrd. € wurden im Wirtschaftsbau insgesamt kumulativ 700 Mio. € weniger in Rechnung gestellt als im Vorjahr (-4%).

Die Frühindikatoren zeigen im Wirtschaftshochbau weiter ein zwiespältiges, wenngleich verbessertes, Bild: Die Order nehmen weiter Fahrt auf. Wie in den beiden Vormonaten wurde im Juli eine zweistellige Zuwachsrate verzeichnet. Die Baugenehmigungen zeigen hingegen nach deutlichen Einbrüchen in den beiden Vormonaten nur ein sachtes Plus. Kumulativ halten die Baugenehmigungen für Fabrik- und Werkstattgebäude (- 20%) und Hotels und Gaststätten (- 37%) deutlichen Rückstand. Die konjunkturell früh anzeigenden Lager- und Logistikgebäude brachten im Juli hingegen deutlichen Schwung.

Auch im Tiefbau wurden wie bereits im Vormonat deutlich mehr Aufträge vergeben als im Vorjahr. Damit haben Hoch- wie Tiefbau im Sommer wohl die Talsohle durchschritten. Insgesamt scheinen die Frühindikatoren die von Forschungsinstituten erwartete Überwindung der Investitionszurückhaltung zu bestätigen.

Den deutlichsten Aufwärtstrend bei der Umsatzentwicklung nimmt in den letzten Monaten der öffentliche Bau. Daran waren wiederum der Hochbau (+10%) und der Tiefbau (+7,5%) gleichsam beteiligt. Während zum Ende des ersten Quartals der Umsatz im öffentlichen Bau witterungsbedingt noch ein Rückstand von 15,4% bestand, beträgt dieser jetzt noch kumulativ 3%. Mit 12,5 Mrd. € fehlen zum Vorjahresniveau noch ca. 0,4 Mrd. €.

Dass die Talsohle im öffentlichen Hochbau, die nach dem Auslaufen der hochbaulastigen Konjunkturpakete erreichte wurde, durchschritten ist, zeigen besonders deutlich die Baugenehmigungen mit einem anhaltenden kumulativen Plus von ca.34 % an. Die öffentliche Hand vergibt deutlich mehr Aufträge; im Hoch- wie im Tiefbaubau kumulativ ein deutliches Plus von 5%. Die zusätzlichen Mittel aus dem Infrastrukturbeschleunigungsprogramm erreichen offenbar den Markt. Die verbesserte Einnahmesituation bei den öffentlichen Haushalten stützt wohl das Investitionsgeschehen.

Der Umsatz im Bauhauptgewerbe erreicht per Juli 46,2 Mrd. €. Zum Vorjahr fehlen damit 1,5 Mrd. € (-3,2%), was auf die witterungsbedingten Behinderungen aus dem ersten Halbjahr zurückzuführen ist. Steigerungspotential ist im zweiten Halbjahr wegen der guten Auftragslage gegeben.