„Im Sinne des Verbraucherschutzes ist der Meistertitel der Garant für qualitativ hochwertige Arbeit“

„Der Meistertitel im Zimmerer- und Holzbauhandwerk ist die Basis für Qualität und Sicherheit im Holzbau und das muss auch so bleiben.“ Mit diesen Worten hat Peter Aicher, Vorsitzender von Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes, den einstimmigen Beschluss auf der Herbsttagung des Verbandes im September 2014 in Berlin zusammengefasst.

Die Repräsentanten des deutschen Holzbaus sprachen sich für eine Beibehaltung des Meistertitels als verpflichtende Grundlage für die Gründung und das Führen eines Holzbaubetriebes aus. Die Berufsorganisation des Zimmererhandwerks hatte sich auf ihrer Sitzung mit der von der Europäischen Kommission angestoßenen sogenannten „Evaluation der reglementierten Berufe“ beschäftigt. Hinter dieser Evaluierung steht die Frage, ob der Meistertitel im Zimmererhandwerk noch zwingend erforderlich ist, um einen Betrieb zu gründen und zu führen.
„Der Zimmermeister und Holzbauunternehmer trägt Verantwortung für Mensch, Umwelt und Gesellschaft!“, so Aicher und führte weiterhin aus: „Unser Leistungsumfang ist immens. Wir bauen komplette Gebäude überwiegend mit Holz. Wir modernisieren den Gebäudebestand umfassend. Beides erfolgt energieeffizient und führt insbesondere bei einer Rundumsanierung zu einem deutlichen Mehrwert. Bei beidem muss der Zimmermeister realistisch einschätzen können, was machbar ist, und die Bauherren entsprechend beraten. Das geht nur mit umfangreichen Kenntnissen, beispielsweise in der Statik und Bauphysik. Zahlreiche Regeln und Normen müssen dabei eingehalten werden, um letztlich Gefahren für Leib und Leben abzuwenden und eine gesunde, hochwertige Wohnqualität für die Bewohner und Nutzer der Gebäude zu schaffen.“

Aicher bezeichnete Holz als einen hochwertigen Baustoff. Holz als einer der ältesten Baustoffe hat zahlreiche innovative Eigenschaften und wächst klimafreundlich nach. Die fachgerechte Handhabung erfordert viel Wissen und auch Erfahrungen. „Das kann man nicht in einem vierwöchigen Crashkurs, sondern nur in einer mehrjährigen Ausbildung lernen, in der Theorie und Praxis gut aufeinander abgestimmt sind. Im Sinne des Verbraucherschutzes ist der Meistertitel der Garant für qualitativ hochwertige Arbeit.“

Bei seinen Ausführungen betonte Aicher, dass der Meistertitel als Garant für hochwertige Leistungen im gesamten Bau- und Ausbaubereich von essentieller Bedeutung sei. „Das umfasst das Maurer- und Zimmererhandwerk ebenso wie beispielsweise die Stuckateure und Straßenbauer.“

In diesem Zusammenhang verwies Aicher auf Erfahrungen des Fliesenlegerhandwerks. Dort war im Jahr 2004 der verpflichtende Meistertitel als Grundlage für das Führen eines Betriebes abgeschafft worden. Fliesenlegerarbeiten dürfen inzwischen ohne jegliche Vorkenntnisse von jedem angeboten werden. Wie Sachverständige im Fliesenlegerhandwerk immer wieder berichten, führe die mangelnde Qualifikation des Verlegers immer häufiger zu Mängeln bei der Ausführung. Die Schadensfälle hätten in den Jahren deutlich zugenommen. Es seien höhere Schadensummen als zuvor entstanden. Sachverständige werden immer häufiger von Bauherren hinzugezogen, wenn es Qualitätsmängel gebe.

„Das darf nicht auch noch in anderen Bau- und Ausbaubereichen so kommen, weil der Meistertitel als Grundlage für das Gründen und Führen eines Betriebes wegfällt! Dann hätten die Bauherren das Nachsehen und bekommen nicht die hochwertige Leistung, für die sie zahlen“, so Aicher.

Weitere Informationen über Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister
im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes finden Sie hier:
www.holzbau-deutschland.de