Deutscher Meister der Fliesenleger kommt aus Baden-Württemberg

Silber geht nach Thüringen, Bronze nach Nordrhein-Westfalen

Um Gold-, Silber- und Bronzemedaillen haben bei den Deutschen Meisterschaften in den Bauberufen 55 Teilnehmer in sieben Bauberufen in Bühl im Komzet Bau Bühl gekämpft. Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes ermittelt mit dem Bundesleistungswettbewerb traditionell die besten Nachwuchshandwerker Deutschlands. Es war der 63. Wettbewerb dieser Art.

Sven-Oliver Roller (23) aus Pliezhausen (Baden-Württemberg) erkämpfte sich die Goldmedaille im Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk. Die Silbermedaille ging an Steffen Kaul (25) aus Greinz in Thüringen. Bronze errang Tim Welberg (19) aus Ahaus in Nordrhein-Westfalen.

Die Fliesenleger mussten während des zweitägigen Wettbewerbs zwei Wände und einen Boden fliesen. Dabei drehte sich alles um die Schwarzwaldregion: Auf den Wandflächen wurden die Sonne, zwei Tannenbäume und eine typische Kuckucksuhr abgebildet. Die besondere Herausforderung war, dass viele Fliesen geschnitten werden mussten, unter anderem waren Rundschnitte gefordert.

Für den Deutschen Meister Sven-Oliver Roller war die Goldmedaille die Bestätigung seines Gefühls. „Ich wusste, dass ich gut im Rennen lag und hoffte auf Gold oder Silber“. Roller war von Markus Jan Murschel in Filderstadt ausgebildet worden.

Sprachlos war dagegen der Zweitplatzierte Steffen Kaul. „Ich habe alles auf mich zukommen lassen. Ich habe geschnitten und geklebt und dann Silber geholt“. Der Junggeselle war von der UHNAG GmbH in Greiz ausgebildet worden.

Der Gewinner der Bronzemedaille Tim Welberg, ausgebildet von Andre Effing aus Ahaus, hatte nicht mit seinem Erfolg gerechnet. „Die Aufgabe war keines Falls zu leicht, aber es ist dann doch einfach gut für mich gelaufen!“

„Alle Teilnehmer haben sich engagiert dem Wettbewerb mit Berufskollegen aus ganz Deutschland gestellt und trotz anspruchsvoller Aufgaben in den einzelnen Berufen beeindruckende Leistungen gezeigt. Das bestätigt uns erneut, dass unsere Ausbildung im Baugewerbe qualitativ hochwertig ist und wir als Branche für die Zukunft gerüstet sind“, erklärte Klaus-Dieter Fromm, Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses im Zentralverband Deutsches Baugewerbe, zum Abschluss der Wettbewerbe.

„Grundlage dafür ist das duale Ausbildungssystem, das am Bau noch durch die Unterweisung in den überbetrieblichen Ausbildungsstätten ergänzt wird. Insgesamt investiert die Branche ca. 600 Mio. Euro in die Ausbildung ihrer zukünftigen Facharbeiter. Um dieses System werden wir weltweit beneidet. Und dennoch ist es in Gefahr!“ Erläuterte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe, und fügte hinzu: „Wer die Meisterpflicht abschafft, schafft die Grundlage jeglicher Ausbildung ab. Langfristig werden qualifizierte Meister fehlen, die eine praxisorientierte Ausbildung vermitteln können.“ Dass das Baugewerbe als Branche attraktiv sei, zeigen laut Paklappa die aktuellen Zahlen. 10.000 junge Menschen starteten im Herbst 2014 ihre Ausbildung am Bau, ein Plus von über zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Sponsoren der Deutschen Meisterschaft 2014 in den Bauberufen waren die SOKA-BAU, die BG BAU, Messgeräte-Spezialist Stabila und die VHV Versicherung. Der Fliesenleger-Wettbewerb wurde von Villeroy & Boch unterstützt, die auch die Fliesen bereitstellten. Vor dem Wettbewerb fand zudem ein eintägiger Schnittkurs zur Vorbereitung statt, den Schomburg, Hersteller von Systembaustoffe, unterstützte.