Dupré zur Lohnforderung der IG BAU in Höhe von 6,6 %: IG BAU muss Realität auf deutschem Baumarkt zur Kenntnis nehmen

Die Lohnforderung ist offensichtlich von der baukonjunkturellen Entwicklung in 2011 geprägt. Dabei hat die Gewerkschaft nicht berücksichtigt, dass sich Verteilungsspielräume nicht aus Umsätzen, sondern allein aus den Erträgen der Betriebe ergeben, die unverändert niedrig sind. Denn Kostensteigerungen, z. B. beim Material konnten nicht adäquat in die am Markt erzielbaren Baupreise weitergegeben werden.

Insbesondere sehen wir keinen Nachholbedarf. Das tarifliche Jahreseinkommen der Facharbeiter im deutschen Baugewerbe ist allein in den letzten zehn Jahren um 6.500,00 €, das sind über 20 % gestiegen.

Darüber hinaus konkurrieren tariftreue Betriebe mit ihren hohen Arbeitskosten am Markt mit Wettbewerbern, die die Mindestlöhne nicht einhalten, wie auch mit Wettbewerbern, für die die IG BAU deutlich niedrigere Tariflöhne vereinbart hat und die deshalb erhebliche Kostenvorteile haben.

Im übrigen verstehen wir nicht, warum die IG BAU offensichtlich nach wie vor nur Lohnprozente im Auge hat, von denen für die einzelnen Arbeitnehmer netto wenig übrigbleibt, und nicht an einem Ausbau steuer- und sozialversicherungsfreier Arbeitgeberleistungen interessiert ist.

Verhandlungsauftakt ist am 20. Februar 2013 in Wiesbaden.