Baukonjunktur Mai 2014: Tempo der Umsatzsteigerung normalisiert sich

Der Umsatz im Bauhauptgewerbe liegt den fünften Monat in Folge über dem jeweiligen Vorjahreswert. Nach dem witterungsbedingten Push in den ersten drei Monaten mit jeweils Vorsprüngen von über 20% hat sich das Tempo im April und Mai mit jeweils über +4% normalisiert. Kumulativ wird per Mai ein Umsatzplus von 14,1% erreicht, nach 17,7% per April.

Die Leistung (geleistete Stunden) liegt per Mai um knapp 9% über dem Vorjahresniveau. Das Plus resultiert aus dem ersten Quartal, als nahezu keine witterungsbedingten Behinderungen der Abarbeitung von Aufträgen im Wege standen. Im April und Mai wurde das Leistungsniveau aus dem Vorjahr nicht mehr erreicht, was nach den Daten des Statistischen Bundesamtes an den kleinen Unternehmen liegt.
Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes zeigt sich in den Bausparten folgende Entwicklung:

Im Wohnungsbau wird per Mai mit 12,3 Mrd. € ein Umsatz erzielt, der das Vorjahresergebnis um gut 15% übersteigt.

Bis zum Mai wurden für knapp 94.000 Neubauwohnungen Baugenehmigungen erteilt, das waren knapp 6.000 Wohneinheiten mehr als im Jahr zuvor. (In 2009 und 2010 – den Jahren des Tiefststandes seit der Wiedervereinigung - waren es zu diesem Zeitpunkt noch ca. 35.000 WE weniger.) Dabei stagniert die Zahl der Genehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser, während die Zahl der Genehmigungen für Mehrfamilienhäuser (Eigentums- und Mietwohnungen) zunimmt. Der Zuwachs dürfte sich damit v.a.D. in den Ballungsräumen abspielen, dort wo die meisten Zuzüge stattfinden. Eine Untersuchung des BBSR belegt, dass allein im Zeitraum 2007 bis 2011 in den Big-Seven-Standorten (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt/M, Hamburg, Köln, München, Stuttgart) die Bevölkerung um 330.000 Personen und die der Haushalte um 180.000 zunahm, die Baufertigstellungen aber nur um 90.000 WE. Der Nachholbedarf ist hier offensichtlich.

Der Zuwachs der Order im Wohnungsbau liegt seit Jahresbeginn jeweils zweistellig über den Vorjahresmonaten, was eine weiter steigende Umsatzentwicklung gegenüber dem Vorjahr in den folgenden Monaten erwarten lässt.

Auch im Wirtschaftsbau setzt sich die positive Umsatzentwicklung - seit April auf einem normalisierten Niveau – fort. Mit 12,1 Mrd. € wird das Vorjahresergebnis kumulativ um gut 1 Mrd. Euro übertroffen. Das Plus von 10,5% wird vom Hochbau und Tiefbau gleichermaßen getragen.

Die Investitionsbelebung im Hochbau deutet sich bei den Baugenehmigungen für Fabrikgebäude (+31%) und Handels- und Lagergebäuden (+18%) an. An den Baugenehmigungen im Wirtschaftsbau haben diese einen Anteil von mehr als 60%. Die Auftragseingänge zeigen im Hochbau kumulativ noch ein Plus von knapp 5% und haben damit seit dem ersten Quartal um 10%-Punkte nachgegeben. Die hohen Auftragsbestände zum Ende des ersten Quartals und der positive Trend bei den Baugenehmigungen deuten aber insgesamt auf ein stabil positives Wachstumsumfeld hin.

Im Tiefbau liegen die Order seit Februar stabil bei über 10% im Plus gegenüber dem Vorjahr. Die Entwicklung liegt damit im von uns erwarteten Trend.

Der öffentliche Bau hatte im Vergleich zum Vorjahr besonders von der guten Witterung profitiert. Ein Umsatzplus nach dem ersten Quartal von gut 34% macht das deutlich. Per Mai liegt der Vorsprung zum Vorjahr noch bei +18%. Der Umsatz erreicht mit 8,7 Mrd. Euro gegenüber dem Vorjahr ein Plus von ca. 1,3 Mrd. €. Dabei liegt der Hochbau mit knapp 2 Mrd. € auf Vorjahresniveau. Der anteilsstarke Tiefbau hat zugelegt.

Es ist zu erwarten, dass sich diese geteilte Entwicklung in den nächsten Monaten fortsetzt. So zeigen die Baugenehmigungen mit -18% und die im Trend nachgebenden Auftragseingänge (-3,5%) im Hochbau wenig Steigerungspotential. Im Tiefbau setzt sich hingegen bei den Ordern der positive Trend fort (im April und Mai jeweils +9%; kumulativ +3%). Die späte Haushaltsverabschiedung beim Bund scheint nicht nachhaltig negativ auf die Investitionen der öffentlichen Hand zu wirken.

Die Zahl der Beschäftigten hat im Bauhauptgewerbe zugenommen. Nach den Daten der SOKA-Bau hat sich die Zahl der gewerblichen Arbeitnehmer unterjährig um 3,5% erhöht.