Baukonjunktur März 2014: Deutliche Leistungssteigerung gegenüber Vorjahr

Die insgesamt gute Auftragslage wurde auch im März, bei weiterhin deutlich günstigeren Witterungsbedingungen als im Vorjahr, von den Unternehmen des Bauhauptgewerbes für eine Leistungssteigerung gegenüber dem Vorjahr genutzt.

Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes fiel das Plus mit 24% wiederum deutlich aus. Ein Vergleich mit den Vorvorjahren macht noch einmal deutlich, wie stark das erste Quartal 2013 von witterungsbedingten Behinderungen gekennzeichnet war. So lagen die im März 2014 geleisteten 72,2 Mio. Arbeitsstunden mit 7,5% bzw. 9,5% unterhalb des Niveaus der Jahre 2012 bzw.2011.
Der Umsatz im Bauhauptgewerbe stieg kumulativ um nahe 25% gegenüber dem Vorjahr.

In den einzelnen Sparten zeichnet sich folgende Entwicklung ab:

Der Wohnungsbau bleibt weiter auf der Überholspur. Das zeigen sowohl die Umsatzentwicklung, kumulativ ca. 6,6 Mrd. € bedeuten ein Plus von 26%, als auch die Leistungsvergleiche mit den Vorvorjahren. Die Kapazitätsauslastung wird in den folgenden Monaten hoch bleiben. Darauf deuten die Baugenehmigungen (wertmäßig +13%) und Order (+8%) hin. Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes sind von Januar bis März fast 8.500 Genehmigungen mehr zum Neu- oder Umbau von Wohnungen erteilt worden (insgesamt ca. 63.900 WE). Damit setzt sich der Aufwärtstrend der letzten drei Jahre fort.

Betrachtet man ausschließlich den Neubau von Wohnungen, so haben die Genehmigungen um 5.740 Wohneinheiten (WE) zugelegt. Mit gut 3.800 WE steuern die neuen Bundesländer dabei überproportional zum Plus bei (+60 %). Herausragend ist dabei Berlin mit einem Zuwachs von fast 2.500 WE (+155 %).

Der anhaltende Aufwärtstrend im Wohnungsneubau fußt neben dem Nachholbedarf auf robusten Arbeitsmarktdaten und steigenden Einkommen. Zudem stützen das anhaltend günstige Finanzierungsumfeld für Immobilienkredite und Zuwanderungen diese Entwicklung.

Im Wirtschaftsbau belegen auch die Märzdaten einen Aufschwung. Die anhaltend positive Umsatzentwicklung, 6,5 Mrd. € per März bedeuten +18%, wird durch eine positive Entwicklung der Frühindikatoren ergänzt. Die Baugenehmigungen für Fabrikgebäude und Logistikgebäude zeigen eine ansteigende Tendenz (+11% und +23% nach umbauten Raum). Der Auftragseingang zeigt stetig ein Plus (kumulativ +12%).

Der öffentliche Bau reagiert umsatzseitig besonders deutlich auf die im Vergleich zum Vorjahr günstigen Witterungsverhältnisse. Ein Umsatz per März von 4,3 Mrd. € bedeuten einen Zuwachs von 34%. Der besonders witterungsanfällige Tiefbau kommt auf ein Plus von über 40%. Allerdings erhärten sich die Befürchtungen weiter, dass die Auftragsbestände deutlich abnehmen. So zeigen die Baugenehmigungen per März ein Delta von fast 30% zum Vorjahr. Die Order kommen im schwergewichtigen Tiefbau nicht auf das Vorjahresniveau, wenngleich sich hier eine Trendverbesserung abzeichnet. Die späte Wirksamkeit des Bundeshaushaltes 2014 (im Juni) und eine nach wie vor in vielen Kommunen schwierige Finanzierungssituation sprechen jedoch gegen eine nachhaltige Trendverbesserung.

Die Bauunternehmen haben nach den Daten der SOKA Bau die Zahl der gewerblichen Arbeitnehmer weiter erhöht (+4,5%).