Baukonjunktur April 2014: Umsatzentwicklung weiter positiv

Auch im April hat das Bauhauptgewerbe bei der Umsatzentwicklung weiter deutlich hinzugewonnen. Das Plus fiel mit 5% (kumulativ +17,7%) deutlich aus, dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass im Vorjahr der Umsatz im April nach den witterungsbedingten Behinderungen deutlich an Fahrt aufgenommen hatte. Erfreulicherweise bringt auch der Ordereingang weiteren Nachschub für die Produktion (April +6%; kumulativ +7,4%)

Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes zeigt sich in den Bausparten folgende Entwicklung:
Der Wohnungsbau setzt seine dynamische Entwicklung fort. Auch im April wird ein höherer Umsatz als im Vergleichsvorjahresmonat erzielt (+4,4%). Per April wurden bereits 87.700 Baugenehmigungen für Wohnungen im Neu- oder Umbau erteilt. Das sind gut 10% mehr als vor einem Jahr. Legt man nur die Neubaugenehmigungen zugrunde sind es 73.100 WE, 4.600 mehr als im Vorjahr. Das Plus wird ausschließlich aus dem Mehrgeschosswohnungsbau generiert. Hier kommt die Nachfrage in den Ballungsräumen zum Tragen. Bei den Ein-und Zweifamilienhäusern wird das Niveau aus dem Vorjahr leicht verfehlt.

Die für den Aufschwung im Wohnungsbau verantwortlichen Treiber (Zuwanderung, hohes Beschäftigungsniveau, niedrige Finanzierungskosten) behalten ihre Wirksamkeit. Dies spiegeln auch der Auftragseingang (kumulativ +15%) und der Auftragsbestand wider. Das erreichte hohe Produktionsniveau hat nicht zu einem Abschmelzen der Order geführt.

Im Wirtschaftsbau hat sich die von den Instituten erwartete Belebung der Unternehmensinvestitionen eingestellt. Das belegen die Auftragseingänge, die im anteilsstarken Hochbau ein Plus von knapp 10% und im Tiefbau von über 11% aufweisen. Die im ersten Quartal erreichte Umsatzsteigerung von knapp 18% hat den Auftragsbeständen keinen Abbruch getan (+11%). Dass die Leistung im April deutlich geringer ausfiel als im Vorjahr (-8%), ist auf den hohen Basiswert des Vorjahres zurückzuführen, der seinerseits eine witterungsbedingte Korrekturbewegung war. Der Umsatz im Wirtschaftsbau erreicht per April mit 9,3 Mrd. € eine Steigerung um mehr als eine Mrd. € gegenüber dem Vorjahr (+13%). Daran haben Hoch- und Tiefbau vergleichbaren Anteil. Damit zeigt nun auch der Wirtschaftstiefbau seit zwei Quartalen wieder eine steigende Tendenz.

Während im Wohnungs- und Wirtschaftsbau die hohe Produktion nicht zu einem Abschmelzen der Order geführt haben, ist dies beim öffentlichen Bau der Fall. Die günstige Witterung ist bis einschließlich April zu einer Leistungssteigerung von über 17% genutzt worden (Umsatz kumulativ +23,5%). Vom Auftragseingang kommen derzeit keine deutlichen Impulse. In das zweite Quartal starten die Bauunternehmen mit einem vergleichsweise relativ hohen Auftragsbestand, der aber um 4% unterhalb des Niveaus des Vorjahres liegt. Die laufend eingehenden Order liegen im anteilsstarken Tiefbau gut auf Vorjahresniveau (+1,8%), im Hochbau wird das Niveau um 4% verfehlt. Der späte Abschluss des Bundeshaushaltes 2014 hat Neubauimpulse bisher verhindert.

Die Zahl der Beschäftigten hat im Bauhauptgewerbe zugenommen. Nach den Daten der SOKA-Bau haben die Bauunternehmen zur Leistungssteigerung um 17,5% auch eine wiederum wachsende Anzahl an gewerblichen Arbeitnehmern eingestellt.