Baukonjunktur September 2016: Das Bauhauptgewerbe nimmt den Schwung mit in den Herbst

Auch wenn der Orderzugang im September mit „nur“ +7,5 % zum Vorjahresmonat erstmalig in diesem Jahr einstellig blieb, sind die Auftragsbücher weiter gut gefüllt, gegenüber dem Vergleichsvorjahreszeitraum liegt die Steigerung bei +7 Mrd. € (+15 %). Der Umsatz erreicht bis einschließlich September 74,4 Mrd. € (+6 %). Die Umsatzsteigerung lag im September bei gut 8 %; getragen vom Wohnungsbau und vom öffentlichen Bau.

In den einzelnen Sparten zeichnet sich folgende Entwicklung ab:

Wohnungsbau:
Bis zum September wurden im Wohnungsneubau für fast 233.000 WE Baugenehmigungen erteilt. Das waren ca. 41.000 WE mehr als im Vorjahreszeitraum (+22 %). Das Plus geht insbesondere auf den Mehrfamilienhausbau (+28 %) zurück. Der Orderzugang hält das hohe Niveau im Jahresverlauf nachhaltig (+18 %); obwohl die Produktion auf vollen Touren läuft. Ein Umsatz von mehr als 28 Mrd. € bis September wurde in den letzen 20 Jahren nicht realisiert. Die stürmische Entwicklung wird angesichts der soliden Auftragslage weiter anhalten.

Wirtschaftsbau:
Im Wirtschaftsbau haben die Order im September eine „Verschnaufpause“ eingelegt. Im September blieben die Order im Hochbau auf Vorjahresniveau stecken. Die Entwicklung bei den Baugenehmigungen deutet jedoch nicht auf einen nachhaltigen Rückgang der Nachfrage hin. Für Fabriken stieg im September der Umfang an genehmigten Bauanträgen (bemessen nach Baukosten) um 45 %, für Handels- und Lagergebäude um gut 4 % und für Verwaltungsgebäude um 100 %. Insgesamt bleibt das Genehmigungsverlangen nachhaltig positiv (kumulativ +23 %). Der Umsatz hielt im September gut das Vorjahresniveau. Mit 25,6 Mrd. € per September hält der Vorsprung zum Vorjahr bei knapp 3 %.

Öffentlicher Bau:
Die gestiegene Investitionsbereitschaft der öffentlichen Hand lässt sich auch im September beobachten. Die Order stiegen im Hochbau gegenüber dem September 2015 um fast 17 % und im Tiefbau um 11 %. Tragende Säulen sind die angestoßenen Investitionen des Bundes bei der Infrastruktur („Investitionshochlauf“) und im Hochbau die Mittel aus dem Bundesprogramm für finanzschwache Kommunen. Zu der positiven Entwicklung dürften die bei allen Gebietskörperschaften in 2016 gestiegenen Steuereinnahmen beigetragen haben, namentlich die Steigerung beim Bund (+3,5 %) und bei den Ländern (+4,8 %). Bis zum September wurde ein Umsatz von 20,4 Mrd. € realisiert eine Steigerung um fast 6 %.