Baukonjunktur April 2016: Umsatzzuwachs in allen Bausparten

Auch im April setzt sich der positive Trend der Umsatzentwicklung im Bauhauptgewerbe fort. Die Order halten ein zweistelliges Wachstum im April. Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes erzielten die Unternehmen per April einen Umsatz von 26,1 Mrd. € (+5,5 % zum Vorjahr). Dieses für alle Unternehmen aufgeschätzte Ergebnis repräsentiert den höchsten Umsatz seit der Jahrtausendwende per April. Die Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten erreichen per April +6,7 % gegenüber dem Vorjahr. Zu dieser überproportionalen Steigerung hat die Entwicklung im Wohnungsbau maßgeblich beigetragen.

In den einzelnen Sparten zeigte sich folgende Entwicklung:

Im Wohnungsbau wurden per April insgesamt für gut 117.000 WE Genehmigungen erteilt (+31 %). Das waren knapp 28.000 WE mehr als im Vorjahr. Dabei entfielen auf den Neubau in Wohngebäuden gut 91.000 WE (+24 %). Der Zuwachs ist in nahezu allen Bundesländern signifikant.

Deutlich mehr als die Hälfte der Wohneinheiten (knapp 50.000 WE) wurden für Mehrfamilienhäuser beantragt. Das ist ein Beleg für die anhaltend hohe Nachfrage nach Mietwohnungen v.a.D. in Ballungsräumen und Hochschulstädten. (Noch vor 10 Jahren lag dieser Wert bei unter 30 %, vor fünf Jahren bei unter 40 %.)

Der Auftragseingang (kumulativ +17 %) deutet darauf hin, dass es in den nächsten Monaten bei einer hohen Auslastung im Wohnungsbau bleibt. Per April melden alle Unternehmen einen Umsatz von 10,3 Mrd. €, ca. eine Milliarde mehr als in 2015 (+9,3 %). Die Steigerung wird für Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten bei +14,4 % ausgewiesen. Dies dürfte ein Hinweis darauf sein, dass die größeren Unternehmen überproportional am Mehrfamilienhausbau partizipieren.

Eine Belebung zeichnet sich nun auch im Wirtschaftsbau ab. Hier haben die Order im April um über 20 % zugelegt, im Hochbau wie im Tiefbau gleichermaßen. Im Tiefbau war wegen des Investitionshochlaufes bei der Bahn mit einer solchen Entwicklung zu rechnen. Für den Hochbau waren die Annahmen verhaltener. Gleichwohl zeigen sich nun bei den Frühindikatoren wie den Baugenehmigungen und im Auftragseingang stabile Aufwärtsbewegungen. So wurden für Büro-, Fabrik- sowie Handels- und Lagergebäude insgesamt ca. 20 % mehr Baugenehmigungen beantragt als im Vorjahr (bemessen nach Baukosten). Der Aufwärtstrend ist bei allen Gebäudekategorien erkennbar.

Per April melden alle Unternehmen für den Wirtschaftsbau einen Umsatz von 9,4 Mrd. Euro, ca. 0,4 Mrd. Euro mehr als in 2015 (+3,6 %).

Auch die Auslastung im öffentlichen Bau erscheint nachhaltig. So hat die öffentliche Hand von Januar bis April jeweils deutlich mehr Aufträge erteilt als vor Jahresfrist. Der Orderzuwachs beläuft sich kumulativ auf gut 20%. Besonders stabil zeigt sich der anteilsstarke Tiefbau. Hier greift offensichtlich der Investitionshochlauf des Bundes bei der Straße. Allerdings zeigen die Umsätze hier mit +2,5 % erst verhaltenes Wachstum an. Dies bestätigen auch die Daten des Monatsberichtes des Finanzministeriums zu den Bauausgaben für Straßen, die erst auf Vorjahresniveau liegen.

Den öffentlichen Hochbau stützt die Nachfrage beim Bau von Schulen und Kitas aber auch die Sanierung von Schulen und öffentlichen Gebäuden die über das Sondervermögen des Bundes für Investitionen finanzschwacher Kommunen finanziert werden können. Die Umsätze im Hochbau erreichen ein Plus von 3,3 %.

Per April melden alle Unternehmen für den öffentlichen Bau einen Umsatz von 6,4 Mrd. Euro, ca. 0,2 Mrd. Euro mehr als in 2015 (+2,7 %).

Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes ging die Beschäftigung für alle Unternehmen per April um 1,5 % zurück. Diese Aufschätzung erscheint negativ überzeichnet. So zeigen die originären Daten für Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten ein Wachstum der Beschäftigung um mehr als 2 % an. In diese Richtung weisen auch die Daten der SOKA zur Entwicklung der gewerblich Beschäftigten.