Baukonjunktur Mai 2016: Hohe Nachfrage in allen Bausparten

Das Bauhauptgewerbe verzeichnet den fünften Monat infolge einen zweistelligen Orderzugang. Neben der stabil hohen Nachfrage im Wohnungsbau ist auch im Wirtschaftsbau und öffentlichen Bau ein Nachfrageschub zu verzeichnen. Bereits aus der monatlichen Schnellumfrage des ZDB war erkennbar, dass sich im zweiten Quartal der positive Trend beim Auftragseingang zum ersten Quartal fortsetzt. Mit 34,9 Mrd. € liegt der Umsatz per Mai um 2,3 Mrd. € oberhalb des Vorjahres (+7 %)

In den einzelnen Sparten zeichnet sich folgende Entwicklung ab:

Die Bautätigkeit im Wohnungsbau ist weiter intensiv. Bis zum Mai wurden insgesamt (Wohn- und Nichtwohngebäude; Neu- und Umbau) für über 148.000 Wohnungen Baugenehmigungen erteilt. Das sind knapp 35.000 Wohnungen mehr als vor Jahresfrist (+31 %). Für den Neubau von Wohngebäuden wurden 115.000 Genehmigungen erteilt (+22 %). Hier zeigt die Nachfrage im Mehrfamilienhausbau mit +27 % weiter eine höhere Dynamik als im Ein- und Zweifamilienhausbau (+6 %). Ursache für die hohe Nachfrage im Geschosswohnungsbau bleibt die Zuwanderung in den Metropolen und Universitätsstädten.

Auch im Auftragseingang setzen sich die zweistelligen Wachstumsraten fort. Per Mai wurden fast 20% höhere Order gestellt als vor Jahresfrist. Die Unternehmen melden in diesem Zeitraum einen Umsatz von 13,8 Mrd. Euro ca. 1,5 Milliarden Euro mehr als in 2015 (+12 %). Die Steigerung wird für Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten bei +17 % ausgewiesen. Dies dürfte ein Hinweis darauf sein, dass die größeren Unternehmen überproportional am Mehrfamilienhausbau partizipieren. Die Entwicklung im Wohnungsbau bestätigt das von uns prognostizierte kräftige Wachstum, das wir mit +5 % für das gesamte Jahr beziffert haben.

Deutlich kräftiger als erwartet, zeigt sich die Nachfrage im Wirtschaftsbau. Hier sind wir von einem Zuwachs im Wirtschaftstiefbau ausgegangen, der sich auch so abzeichnet. Die Order liegen hier um ca. 8 % oberhalb des Vorjahresniveaus, was auf die steigenden Investitionen bei der Bahn zurückgeführt werden kann. Im Hochbau war angesichts verhaltener Konjunkturerwartungen der Industrie nur mit schwachen Wachstumsimpulsen gerechnet worden. Hier deuten die bewilligten Baugenehmigungen und erteilten Order auf einen günstigeren Verlauf hin. So fallen die Baugenehmigungen per Mai für alle Gebäudetypen deutlich höher aus als vor Jahresfrist: Fabrikgebäude (+32 %), Lagergebäude (+22 %), Bürogebäude (+8 %); (jeweils bemessen nach Baukosten). Die Auftragseingänge zeigen im Hochbau und im Tiefbau im Jahresverlauf ansteigende Tendenz und liegen insgesamt kumulativ bei +13 %.

Die Unternehmen weisen insgesamt per Mai einen Umsatz von 12,4 Mrd. € aus und damit ca. eine halbe Milliarde mehr als vor Jahresfrist. Angesichts der stabilen Nachfrageentwicklung ist auch im Wirtschaftsbau mit einer Umsatzsteigerung in 2016 zu rechnen. In der Prognose waren wir nur von einer Seitwärtsbewegung ausgegangen.

Die öffentliche Hand hat in den ersten fünf Monaten 2016 deutlich mehr Aufträge erteilt, als in 2015. Mit einem Ordereingang von ca. 10,5 Mrd. € weist der öffentliche Bau hier ein nachhaltiges Plus von ca. 20 % auf. Dabei sticht das Bestellvolumen im anteilsstarken Tiefbau mit einem Plus von über 22 % heraus. Der im Bundeshaushalt für 2016 eingestellte Investitionshochlauf bei der Infrastruktur schlägt sich hier nieder. Aber auch im Hochbau setzen Länder und Kommunen offensichtlich im ersten Halbjahr 2016 Investitionsbudgets für Kitas und Schulen ein.

Ein Umsatzplus per Mai von nahe 4 % liegt im Prognosebereich für den öffentlichen Bau in 2016. Die Signale aus den Frühindikatoren lassen an der Prognose festhalten.

Der Beschäftigtenstand wird nach den Daten des Statistischen Bundesamtes per Mai mit ca. 746.000 und damit geringfügig über dem Vorjahresniveau gemeldet. Nach den Daten der SOKA ist von einem höheren Beschäftigungsgewinn auszugehen (+2 %).