Baukonjunktur Februar 2016: Milde Witterung und gute Auftragslage befördern Bautätigkeit

Das dritte Jahr in Folge lässt die milde Witterung das Arbeiten auf den Baustellen zum Jahresbeginn weitgehend zu. Die anziehende Nachfrage in allen Bausparten befördert zudem die Bautätigkeit. Die Zahl der Beschäftigten liegt bei ca. 734.000 und damit um ca. 14.000 über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Mit ca. 9 Mrd. € liegt der Ordereingang um gut eine Mrd. € über dem Vorjahresniveau (+15 %). Kumulativ wurde per Februar ein Umsatz von 10,2 Mrd. € erzielt, eine halbe Mrd. € mehr als vor Jahresfrist (+5,6 %). Die Preise für Rohbauarbeiten entwickeln sich nur verhalten bei +1 %.

In den einzelnen Bausparten zeigt sich zum Jahresbeginn folgende Entwicklung:
Die Auftragsbestände hatten es bereits zum Ende des Jahres 2015 angedeutet: Im Wohnungsbau setzt sich in 2016 der Trend einer steigenden Neubaunachfrage fort. Treiber bleibt hier die anhaltende Binnenwanderung in Ballungsräume und die Zuwanderung in eben diese Gebiete. Dies schlägt sich im Mietwohnungsneubau nieder. Da die Finanzierungsbedingungen das attraktive Niveau halten, verwirklichen Investoren auch ihren Wunsch nach dem Wohnen in den eigenen vier Wänden im Einfamilienhaus.

Mit fast 10.600 WE im Mehrfamilienhausbereich und ca. 9.800 WE bei den Ein- und Zweifamilienhäusern wurden im Januar insgesamt knapp 4.800 WE mehr genehmigt als im Vorjahr; (Die Februardaten liegen zu den Baugenehmigungen noch nicht vor.) Ein Ordervolumen von 2 Mrd. € per Februar bedeutet ein Volumen, wie zuletzt vor 16 Jahren.

Die Witterung lässt es zu, die Aufträge umzusetzen. Die gegenüber dem Vorjahr mehr geleisteten Stunden schlagen sich im Umsatz nieder. Mit 4,1 Mrd. € wird per Februar ein Plus von fast 8 % erreicht. Im Wohnungsbau ist auch in den kommenden Monaten mit einer intensiven Bautätigkeit zu rechnen.

Trotz der hohen Nachfrage bleibt die Preisentwicklung für Bauleistungen moderat. Die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude in Deutschland stiegen im Februar 2016 gegenüber Februar 2015 um 1,7 %. Die Preise für Rohbauarbeiten an Wohngebäuden stiegen dabei sogar nur um 1,1 %.

Erfreulicherweise setzt sich im Wirtschaftsbau die seit Herbst 2015 zu beobachtende Belebung bei der Beantragung von Baugenehmigungen fort. In allen bedeutenden Gebäudekategorien - bei Büro- und Verwaltungsgebäuden, Fabrikgebäuden sowie bei den Handelsgebäuden - sind im Januar deutliche Zuwachsraten sowohl bei der Bewertung des Volumens nach Baukosten als auch nach dem umbauten Raum zu verzeichnen.

Die Nachhaltigkeit dieser Startbilanz bei den Genehmigungen im Gewerbebau und deren Durchschlagen auf die Auftragseingänge bleibt vor dem Hintergrund von Unsicherheiten im Welthandel abzuwarten. Einstweilen zeigen sich die Order jedenfalls solide auf Vorjahresniveau. Das trifft sowohl auf den Hochbau als auch den Tiefbau zu.

Mit 3,8 Mrd. € wurden per Februar ca. 150 Mio. € mehr umgesetzt als vor Jahresfrist (+4,1 %).

Besonders dynamisch zeigen sich die Order der öffentlichen Auftraggeber zum Jahresbeginn 2016. Mit einem Ordereingang von 3,4 Mrd. € per Februar weist der öffentliche Bau hier ein Plus von über 20 % auf. Deutlich stieg dabei das Bestellvolumen im anteilsstarken Tiefbau (+24 %). Der im Bundeshaushalt für 2016 eingestellte Investitionshochlauf bei der Infrastruktur beginnt sich hier wohl niederzuschlagen. Aber auch im Hochbau setzen Länder und Kommunen offensichtlich zu Jahresbeginn Investitionsbudgets für Kitas und Schulen ein. Auch hier bleibt abzuwarten, wie nachhaltig diese Offensive ist. Schließlich müssen für einen langen Atem auch ausreichend Planungskapazitäten zur Verfügung stehen.

Die Bautätigkeit im öffentlichen Bau hat die stürmische Ordersituation noch nicht adäquat nachvollzogen. Die Umsätze liegen per Februar um 0,1 Mrd € über dem Vorjahresniveau (+4 %).