Baukonjunktur Februar 2015: Bauunternehmen starten verhalten optimistisch ins I. Quartal des Baujahres 2015

Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes haben die Unternehmen des Bauhauptgewerbes per Februar insgesamt einen Umsatz von 9,5 Mrd. € verbucht. Das sind 0,7 Mrd. € (-7,2%) weniger als vor Jahresfrist. Im Vergleich mit weiteren Vorjahren ist dies immer noch der zweitbeste Wert. Ähnlich wie in 2014 ließ die Witterung die Unternehmen im Januar und Februar „durchproduzieren“.

Unserer monatlichen Umfrage zeigt, dass die Lagebeurteilung der Unternehmen im Vorjahr besser ausfiel, als milde Witterung und gute Auftragsbestände zu sehr guten Lagebeurteilungen führten. Die Auftragsbestände werden derzeit häufiger als „zu klein“ beurteilt. Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes liegen die Order insgesamt per Februar nominal auf Vorjahresniveau.
In den einzelnen Sparten zeichnet sich folgende Entwicklung ab:

Im Wohnungsbau erzielten die Unternehmen per Februar 3,6 Mrd. €. Wenngleich dies 0,3 Mrd. € weniger sind als im Vorjahr (-8%), ist dies kein Anzeichen nachlassender Schubkraft. So zeigt der Ordereingang weiter ansteigende Tendenz. Die positiven Rahmenbedingungen wie niedrige Finanzierungskosten, anhaltende Zuwanderung und ein positives konjunkturelles Umfeld zeigen stabile Entwicklungsmöglichkeiten an. Hinzu kommt der deutliche Überhang an Baugenehmigungen aus dem Vorjahr. Der Wohnungsbau hat bereits im letzten Jahr zum Mehrfamilienhausbau gedreht. Der Ein- und Zweifamilienhausbau stagniert hingegen leicht.

Im Wirtschaftsbau erzielten die Unternehmen per Februar ebenfalls ca. 3,6 Mrd. €. Damit wird das Vorjahr noch um 6% verfehlt. Hier ist jedoch der Basiseffekt zu berücksichtigen. So hatten die Umsätze im Vorjahr zum gleichen Zeitpunkt mit einer Steigerung um 16% einen deutlichen Niveausprung erreicht. Allerdings zeigen die Frühindikatoren im Wirtschaftsbau derzeit auch keine Impulse für eine deutliche Belebung der Umsatzentwicklung in den nächsten Monaten an. Die Baugenehmigungen verfehlen nicht nur das Vorjahresniveau (-22%) sondern auch das der letzten drei Jahre. Die Order liegen derzeit um 6% hinter dem Vorjahresniveau zurück. Auch hier gilt es jedoch den Basiseffekt zu berücksichtigen, was insbesondere auf den anteilsstarken Hochbau zutrifft. Im Tiefbau verzeichnen die Unternehmen Ordereingänge auf Vorjahresniveau. Angesichts des von den Forschungsinstituten aktuell prognostizierten kräftigen Aufschwungs, sollte sich die Umsatzentwicklung im Laufe des Jahres noch verbessern.

Der Umsatz im öffentlichen Bau erreicht per Februar 2,2 Mrd. € (-8%). Der Basiseffekt war allerdings im öffentlichen Bau am höchsten, da im Vorjahr per Februar witterungsbedingt bereits ein Umsatzplus von über 30% realisiert wurde. Die Ordersituation im anteilsstarken Tiefbau (+9%) lässt auf Besserung bei der Umsatzentwicklung in den kommenden Monaten schließen. Angesichts der von der Bundesregierung angeschobenen Gründung eines Sondervermögens für Investitionen der Kommunen, das noch im Haushaltsjahr 2015 greifen soll, ist auch unterjährig eine positive Perspektive gegeben.

Die Beschäftigung erwarten wir auf Vorjahresniveau bei knapp 760.000 Beschäftigten. Per Februar ist keine Veränderung im Beschäftigtenstand sichtbar.