Baukonjunktur August 2016: Die Leistungsentwicklung im Bauhauptgewerbe hat im August mit einer Steigerung um 10 % Tempo aufgenommen.

Neben einer hohen Kapazitätsauslastung bei guter Auftragslage standen hierfür auch zwei Werktage mehr zur Verfügung als im Vorjahresmonat. Mit gut 9,7 Mrd. € insgesamt, für alle Unternehmen, wurde der Umsatz des Vorjahresmonats um fast 1 Mrd. € übertroffen. Bis zum letzten Sommermonat wurden insgesamt 64 Mrd. € umgesetzt, eine Steigerung zum Vorjahr um 6 %. Ein nachhaltig hoher Orderzugang bei 17 % lässt eine hohe Umsatzentwicklung bis zum Jahresende erwarten.

In den einzelnen Sparten zeigt sich folgende Entwicklung:

Auch im August wurden wiederum ca. 30.000 WE in Wohngebäuden genehmigt und damit kumulativ fast 240.000 WE. Zum gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 192.000 WE, am Tiefpunkt der Baufertigstellungen in 2009 nur knapp 111.000 WE, also nicht einmal 50 %, was ein deutlicher Fingerzeig auf unzureichend rechtzeitig politisches Agieren ist.

Die große Nachfrage im Wohnungsbau hält unvermindert an. Sie wird vor allen Dingen angetrieben durch die Binnenwanderung in die „Schwarmstädte“, was sich im Mehrfamilienhausbau niederschlägt. Hier wurden bis zum August Baugenehmigung im Neubau für fast 110.000 WE genehmigt, ca. 25.000 WE mehr als im Vorjahr. Deutlich mehr Genehmigungen werden auch für Umbaumaßnahmen beantragt, für gut 32.000 WE (+34 %). Gerade in Ballungsräumen, wo Bauland knapp ist, kommt Umbauten eine wachsende Bedeutung zu.

Mit 3,5 Mrd. Euro Umsatz im Wohnungsbau wird im August 2016 das Niveau aus dem Vorjahr um 350 Mio. € übertroffen(+11 %). Mit gut 24,5 Mrd. € per August hält das Umsatzwachstum stabil bei +9 %. Die Auftragsbücher bleiben gut gefüllt.

Die Nachfrage im Wirtschaftsbau zeigt sich stabil. Im anteilsstarken Hochbau liegen die Order monatlich konstant mit +20 % deutlich über dem Vorjahresniveau.

Robust, mit einem Plus um 30 % nach Baukosten und umbauten Raum, zeigt sich dabei insbesondere die Nachfrage bei den Fabrikgebäuden. Etwas volatiler – aber ebenfalls jeweils mit deutlichem Plus gegenüber dem Vorjahr – werden Baugenehmigungen für Handels- und Bürogebäude beantragt.

Im Tiefbau bestätigt sich die erwartete Entwicklung: Die Order liegen hier seit Monaten stabil um ca. 7 % oberhalb des Vorjahresniveaus, was nicht zuletzt auf die steigenden Investitionen bei der Bahn zurückgeführt werden kann. Nach dem Bundeshaushalt stehen für 2016 ca. 400 Mio. € mehr im Bereich Schiene bereit als 2015.

Die Umsätze liegen per August mit gut 22 Mrd. € um ca. 3 % über dem Vorjahreswert. Dabei ist die Umsatzentwicklung im Hochbau deutlich verhaltener (+1,4 %) als im Tiefbau (+5,5 %). Gerade für den Hochbau lässt das Raum für die Umsatzentwicklung in 2017.

Eine deutlich höhere Investitionsbereitschaft als im Vorjahr zeigt die öffentliche Hand. Das Ordervolumen liegt kumulativ mit 17,4 Mrd. € um 2,7 Mrd. Euro höher als per Juli 2015 (+18 %). Dabei sticht das Bestellvolumen im anteilsstarken Tiefbau seit sieben Monaten mit einem anhaltend hohen Plus von über 20 % heraus. Derartig gefüllte Auftragsbücher gab es die letzten 16 Jahre nicht annähernd. Der im Bundeshaushalt für 2016 eingestellte Investitionshochlauf bei der Straße um ca. eine Milliarde Euro zeigt Wirkung.

Aber auch im Hochbau setzen Länder und Kommunen offensichtlich im ersten Halbjahr 2016 Investitionsbudgets für Kitas und Schulen ein. Der Ordereingang liegt um 10 % über dem Vorjahresniveau.

Per August wurde im öffentlichen Bau insgesamt ein Umsatz von 17,3 Mrd. € realisiert (+5,2 %).

Das Bauhauptgewerbe erreicht insgesamt per August einen Umsatz von 64 Mrd. € ein Zuwachs von ca. 6 %. Betrachtet man nur die meldenden Unternehmen mit 20 Beschäftigten und mehr (nicht aufgeschätzte Grundgesamtheit), so liegt das Plus bei fast 8 %. Dabei sticht die Steigerung im Wohnungsbau mit gut 14 % heraus. Diese Unternehmen sind besonders im Mehrfamilienhausbau engagiert.

Der Beschäftigtenstand wird nach den Daten des Statistischen Bundesamtes per August mit ca. 755.000 und damit auf Vorjahresniveau gemeldet. Nach den Daten der SOKA ist von einem Beschäftigungsgewinn auszugehen (+2 %).