Baukonjunktur August 2015: Auch im dritten Quartal stützt der Wohnungsbau die Baubranche

Die Unternehmen des Bauhauptgewerbes erzielten im August einen Umsatz auf Vorjahresniveau bei 8,7 Mrd. €. Kumulativ liegt der Umsatz im Bauhauptgewerbe damit per August bei 59,6 Mrd. € (-1,8 %). Die im Juni noch erkennbare Belebung der Bautätigkeit lief über die Sommermonate zunächst aus.

Dabei zeigt sich in den Bausparten eine sehr unterschiedliche Entwicklung:
Im Wohnungsbau setzt sich die intensive Bautätigkeit fort. Über die Sommermonate wurde bei den Umsätzen das Vorjahresniveau überschritten. Kumulativ wurden per Juni 22,5 Mrd. € umgesetzt, das waren 1,2 % mehr als in 2014.

Die Baugenehmigungen erklimmen weiter monatlich neue Höchststände. Mit kumulativ 162.000 WE in neuen Wohngebäuden wurde ein Niveau erreicht, wie zuletzt vor 13 Jahren. In den letzten beiden Monaten kamen besonders die Genehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser in Fahrt. Genehmigungen für 76.200 WE wurden in Ein- und Zweifamilienhäusern bis August erteilt. Das sind fast 3.000 WE mehr als im Vorjahr. Hier sichern sich offensichtlich die Investoren noch Baugenehmigungen, bevor der ENEV-Standard 2016 mit höheren Anforderungen greift.

Noch mehr WE wurden bis August im Mehrfamilienhausbau mit 85.400 WE genehmigt. Die intensive Bautätigkeit in diesem Segment erklärt auch, warum die Umsatzentwicklung im Wohnungsbau bei den Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten mit +6,6 % besonders dynamisch verläuft. Die Order liegen bei diesen Unternehmen um mehr als 10 % über Vorjahresniveau.

Im Wirtschaftsbau zeichnet sich weiter keine Belebung der Investitionstätigkeit ab. Die Umsätze verharren mit 21,2 Mrd. € ca. 3 % unter dem Vorjahresniveau. (Die Umsatzentwicklung bei Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten verbleibt mit 17,1 Mrd. € ebenfalls unter Vorjahresniveau; -1 %). Die Aussichten für die kommenden Monate bleiben verhalten. Die Order fielen in den letzten beiden Monaten um fast 10 % geringer aus als im Vorjahr. Die Baugenehmigungen (bemessen nach Baukosten) für Fabrikgebäude stehen zum Vorjahr bei -17 %, für Lagergebäude bei -6 % und für Bürogebäude bei-7 %.

Die Umsatzentwicklung im öffentlichen Bau hat in den Sommermonaten zumindest wieder das Vorjahresniveau erreicht. Bis zum Mai war ein Minus von 7 % aufgelaufen. Mit einem Umsatz von kumulativ 16 Mrd. € hat sich dieses Minus bis zum August halbiert. Insbesondere im Tiefbau wurde in den Sommermonaten die Bautätigkeit intensiviert. Dazu könnten Mittel aus dem vom Bund bereitgestellten Sondervermögen über 3,5 Mrd. € für Investitionen finanzschwacher Kommunen beigetragen haben. Projekte sind hier seit dem 1. Juli förderfähig. Die Auftragseingänge zeigen sich am aktuellen Rand jedoch wieder schwächer. Bei der Umsatzentwicklung im Sommer kamen die guten Auftragsbestände zum Ende des ersten Quartals zum Tragen. Für die kommenden Monate sind eher Impulse aus dem Hochbau zu erwarten.

Die Zahl der Beschäftigten hält etwa das Vorjahresniveau.