Baukonjunktur Juli 2015: Bauhauptgewerbe startet mit Umsatzwachstum ins zweite Halbjahr

Die Unternehmen des Bauhauptgewerbes haben nach den Daten des Statistischen Bundesamtes im Juli einen Umsatz von 9,7 Mrd. € erzielt. Damit wurde das Ergebnis aus dem Vorjahresvergleich gut erreicht (+1%). Einmal mehr hat dabei der Wohnungsbau aufgetrumpft, während Wirtschaftsbau und öffentlicher Bau weiter unterdurchschnittliche Dynamik zeigen. Die gemeldete hohe Geräteauslastung stützt sich auf den Wohnungsbau.

In den einzelnen Sparten zeigt sich folgende Entwicklung:
Der Umsatz im Wohnungsbau erreichte im Juli 3,6 Mrd. € (+4,3% z. Vorjahr) und damit kumulativ 19,4 Mrd. € (+1%). Bestimmend für den anhaltend positiven Trend ist der Mehrfamilienhausbau. Hier sind bis zum Juli für mehr als 74.500 WE Baugenehmigungen im Neubau erteilt worden. Das waren ca. 3.000 WE mehr als vor Jahresfrist. Die Nachfrage insbesondere aus den Ballungsgebieten ist sehr nachhaltig. Bauunternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten sind hier besonders im Mehrfamilienhausbau aktiv. Ihre Umsatzentwicklung fällt daher deutlich höher aus (+6%) als der aufgeschätzte Wert für die Sparte insgesamt.

Bei den Ein- und Zweifamilienhäusern wurden gegenüber dem Vorjahr ca. 1.000 WE mehr genehmigt. Mit ca. 65.500 WE wurden wie bereits im Vorjahr allerdings weniger Bauanträge gestellt als im Mehrfamilienhausbau.

Die Auftragssituation lässt erwarten, dass es bei einer hohen Auslastung der Kapazitäten im Wohnungsbau in den kommenden Monaten bleibt. Um knapp 10% fallen die Order kumulativ höher aus als im Vorjahr.

Auch zu Beginn des zweiten Halbjahres bleibt die Umsatzentwicklung im Wirtschaftsbau verhalten. Mit 3,3 Mrd. € im Juli wird das Ergebnis aus dem Vorjahr gehalten, kumulativ bleibt es bei einem Rückstand von 3% mit insgesamt 18,1 Mrd. Euro. Die Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten, die am Wirtschaftsbau einen hohen Anteil haben, verfehlen mit 14,7 Mrd. € per Juli noch das Vorjahresergebnis knapp (-1%).

Die im Jahresverlauf erwartete Investitionsneigung ist nach wie vor nicht ausgeprägt. Insbesondere im schwergewichtigen Hochbau bleiben Wachstumsimpulse schwach. Die Baugenehmigungen für Bürogebäude (-6%), Fabrikgebäude (-15%) und Lagergebäude (-6%) zeigen im Vorjahresvergleich weniger Investitionsbereitschaft an. Die Order sind im Juli im Hochbau um 18% gegenüber dem Vorjahreswert zurückgefallen. Damit stoppt zunächst auch der Aufwärtstrend der letzten Monate. Auch im Tiefbau gab es im Juni einen Rücksetzer (-6%).

Der Umsatz im öffentlichen Bau erreichte im Juli mit 2,7 Mrd. € Vorjahresniveau. Mit kumulativ 13,5 Mrd. € wird das Vorjahresergebnis um 0,5 Mrd. € verfehlt (-4,3%). Dabei gab es im Jahresverlauf weder im Hochbau noch im Tiefbau einen Aufwärtstrend. Auch die Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten, deren Anteil am Umsatz im öffentlichen Bau bei 80% liegt, verfehlen kumulativ das Vorjahresergebnis deutlich (-2,8%).

Den Frühindikatoren ist auch nicht zu entnehmen, dass es hier in den nächsten Monaten zu markanten Trendverbesserungen kommt. Die Order im Hochbau stehen zwar kumulativ noch bei +4% haben aber in den letzten drei Monaten jeweils gegenüber dem Vorjahr verloren. Im Tiefbau hat es nach den positiven Anzeichen im Juni (+13%) nun wieder eine Korrektur gegeben (-7%). Die Order bleiben damit kumulativ auf dem Vorjahresniveau hängen.

Trotz der insgesamt steigenden Umsätze verharrt die Zahl der Beschäftigten seit Jahresbeginn bestenfalls auf Vorjahresniveau.