Baugewerbe: Keine Klimawende ohne Gebäudesanierung!

„Die energetische Gebäudesanierung ist das Fundament für das Gelingen der Energiewende! Sie wird mit keinem Wort in dem vor kurzem veröffentlichten 10-Punkte-Programm des Umweltministers erwähnt, obwohl 40 % des Primärenergiebedarfs in Heizung und Warmwasser von Gebäuden fließen; hier muss der Hebel angesetzt werden.“

Mit diesen Worten kritisierte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, Dr.-Ing. Hans-Hartwig Loewenstein, das 10-Punkte-Programm des Umweltministers.

Aus Sicht Loewensteins hätten folgende Punkte berücksichtigen müssen:

Steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung

Diese Regelung hängt immer noch unerledigt im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat, obwohl der Bundestag das „Gesetz zur steuerlichen Förderung von energetischen Sanierungsmaßnahmen an Wohngebäuden“ schon am 30. Juni vergangenen Jahres beschlossen hat, bevor es am 8. Juli vom Bundesrat abgelehnt worden ist. Seither herrscht Stillstand der Rechtspflege!

EnEV 2012

Derzeit ist immer noch unklar, wie die EnEV 2012 aussehen soll, welche Werte sie für Neubau und Sanierung vorschreiben wird. Die Bundesregierung hat sich bisher noch nicht auf entsprechende Referenzwerte verständigen können. „Wir bleiben bei unserer Forderung, auf eine weitere Verschärfung der Anforderungen zu verzichten. Im Neubaubereich dürfte Einvernehmen darüber bestehen, dass bis 2020 die Standards schrittweise verschärft werden sollen.“ Erneuerte Loewenstein die Position des Baugewerbes.

Förderung der energetischen Gebäudesanierung durch die KfW

Loewenstein kritisierte auch, dass die Förderung der energetischen Gebäudesanierung jedes Jahr erneut zur Disposition steht. Obwohl eigentlich wesentlich mehr als 2 Mrd. Euro nötig wären, müssten die Verbände regelmäßig darum kämpfen, dass wenigstens 1,5 Mrd. Euro zur Verfügung stünden. Loewenstein erinnerte daran, dass im Bereich der energetischen Gebäudesanierung durch Informieren, Fordern und Fördern leicht privates Kapital mobilisiert werden könne, wie dieses dem Bundesumweltminister vorschwebe. Denn aus einem Förder-Euro werden neun investierte Euro, wenn die Politik dieses nur wolle. Loewenstein ist zwar bewusst, dass die Abwrackprämie für Heizungskessel ein Sommerlochthema war, dennoch erinnerte er daran, dass ohne eine ordentliche Dämmung der Gebäudehülle eine neue Heizung nichts nütze. „Ein neuer Kessel führt nicht zwangsläufig zu einem wesentlich geringerem Energieverbrauch, wenn weiter zum Fenster bzw. durch die ungedämmten Wände hinaus geheizt wird. Sinnvoller wäre die Förderung des Abrisses von Gebäuden, deren Substanz und Marktposition eine energetische Sanierung wirtschaftlich nicht lohnt, wenn dafür ein entsprechender Neubau errichtet wird“, so seine Forderung.