Baukonjunktur Februar 2014: Der Trend aus dem Januar setzt sich fort

Bei deutlich günstigerer Witterungslage als im Vorjahr können die Bauunternehmen die gute Auftragslage für die Produktion nutzen.

Bei gleicher hoher Anzahl von Werktagen wie im Vorjahr, liegt die Leistung per Februar um fasst 27 % über dem Vorjahresniveau. Gleichwohl bleibt die Preisentwicklung in der Range der letzten drei Jahre; bei insgesamt durchschnittlich +2 %. Die Beschäftigung hat wie bereits im Vormonat weiter um 1 % zugelegt. Per Februar wurden ca. 7.600 Beschäftigte mehr registriert, als vor Jahresfrist.
Der Umsatz erreicht per Februar ein Volumen von 10,2 Mrd. €; ein nominaler Wert, der zuletzt in 2001 verzeichnet wurde. In allen Sparten zeigt der Umsatz die prognostizierte Entwicklung. Die deutliche Produktionsausweitung gegenüber dem Vorjahr wird in den kommenden Monaten wegen der günstigen Witterung und insgesamt steigenden Ordern noch anhalten. Bei den Auftragseingängen müssen beim öffentlichen Bau allerdings Abstriche gemacht werden.

In den Sparten zeigt sich die folgende Entwicklung:

Der Umsatz im Wohnungsbau erreicht per Februar fast 4 Mrd. €, eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um fast 30 %. Die Zeichen für eine weiterhin positive Entwicklung stehen weiter auf Grün: Die Baugenehmigungen erreichen per Februar 6,7 Mrd. € nach 5,8 Mrd. Euro im Vorjahr (+14,6 %). Einen besonders deutlichen Zuwachs verzeichnen dabei die neuen Länder mit +37 %. Der Aufwärtstrend im Wohnungsbau wird weiter von der Entwicklung im Mehrfamilienhausbau, zuvorderst aus den Ballungsgebieten, getrieben. Allein im Neubau liegt das Plus an genehmigten WE hier bundesweit bei 3.240 WE, eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um ca. 23 %. Demgegenüber kommen die Neubaugenehmigungen aus dem Ein- und Zweifamilienhausbau „nur“ auf ein Plus von 710 WE (+4,6 %). Die Auftragseingänge +17 % (Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten) versprechen auch für die kommenden Monate weiteres Steigerungspotential bei der Produktion.

Auch die Entwicklung im Wirtschaftsbau bestätigt unsere Erwartungen. Der Umsatz liegt per Februar mit 3,9 Mrd. € um ca. 15 % über dem Vorjahreswert und damit in etwa auch in dieser Größenordnung über dem Niveau der Vorjahre. An der Steigerung partizipieren Hoch- und Tiefbau etwa gleichermaßen. Die Order übertrafen per Februar das Vorjahresniveau um 14 %. Bei den Baugenehmigungen zeigen Handels- und Lagergebäude als Frühindikatoren deutlichen Zuwachs; +13 % (nach umbauten Raum). Bei Fabrikgebäuden fällt das Plus mit 5 % nicht so deutlich aus. Büro- und Verwaltungsgebäude halten das hohe Vorjahresniveau. Die positiven Umfragewerte zur Auslastung der Kapazitäten in der Industrie lassen für die nächsten Monate ein stabiles Produktionsumfeld erwarten. Dies entspräche auch der Gemeinschaftsprognose der Forschungsinstitute aus dem Frühjahr 2014.

Der öffentliche Bau, der vom Tiefbau getragen wird, kann besonders von der guten Witterung profitieren. Der Umsatz liegt hier per Februar mit 2,4 Mrd. € um 32 % über dem Vorjahresniveau. Dabei verzeichnet der Tiefbau mit einem Umsatz von 1,8 Mrd. € eine Steigerung um 40 %. Mit Blick auf die Frühindikatoren scheinen sich hier die Erkenntnisse aus unseren Umfragen zu bestätigen: Nachdem die gute Auftragslage zum Jahresbeginn bei guter Witterung abgearbeitet werden, drohen Anschlussaufträge auszubleiben. So zeigen die Baugenehmigungen im Januar wie im Februar ein deutliches Minus gegenüber dem Vorjahr, kumuliert bei -30 %. Auch die Order bringen im Januar und Februar jeweils ein Minus zum Vorjahr; kumuliert bei -3 %. Bedenklich ist dabei v.a.D. das Minus beim Tiefbau von ca. 5 %. Die Tatsache, dass der Bundeshaushalt 2014 immer noch nicht bestätigt ist, lässt hier in den kommenden Monaten kaum Besserung erwarten.