Bauhauptgewerbe mit fulminantem Schlussquartal 2018

Das Bauhauptgewerbe hat im letzten Quartal 2018 intensiv an der Umsetzung von Bauvorhaben gearbeitet. So haben die Bauunternehmen nach den Daten des Statistischen Bundesamtes im Schlussquartal 2018 gut 5% mehr Stunden geleistet als im letzten Quartal 2017. Die Order legten im letzten Quartal um ca. 15% zu. Der Umsatz im Bauhauptgewerbe ist im Jahr 2018 auf 126,5 Mrd. € (+11%) gestiegen.

Dies spiegelt die hohe Nachfrage an Bauinvestitionen wider; ob im Wohnungsbau oder bei der Infrastruktur. Und es zeigt, mit welch hohem Engagement die Bauunternehmen die Aufträge abwickeln. Um den volkswirtschaftlich gestellten Herausforderungen zu entsprechen, haben die Unternehmen in den letzten Jahren in erheblichem Maße in Geräte und Personal investiert.
Mit dem fulminanten Schlussquartal schließen die Bauunternehmen das Jahr 2018 mit einem Umsatzplus von ca. 11%. Zu dieser nominalen Umsatzentwicklung hat nach den Daten des Statistischen Bundesamtes eine Steigerung der Baupreise um mehr als 5% beigetragen. Den Bauunternehmen gelingt es, dank der großen Nachfrage besser, die Risiken des Baugeschäfts angemessener einzupreisen. Die höheren Baupreise resultieren aber zuvorderst aus erhöhten Kosten für Baustoffe und Baumaterial. Die Kosten steigen hier auf breiter Front; so z.B. bei Betonstahl im Jahresverlauf 2018 um über 10%, und für Bitumen um knapp 30%. Zudem wurde im Jahr 2018 eine Tariferhöhung von 6 % wirksam.

Trotz der intensiven Bautätigkeit lassen die Order nicht nach. Sie legten im letzten Quartal 2018 um fast 15% zu und haben damit deutlich die Jahresrate, die bei 10% liegt, übertroffen. Das Bauhauptgewerbe startet mit vollen Auftragsbüchern in das Jahr 2019.

Die intensive Bautätigkeit schlägt sich in der Leistungssteigerung gerade im Schlussquartal nieder. Hier wurde die Anzahl der geleisteten Stunden gegenüber dem Vorjahreszeitraum um gut 5% erhöht. Zu einer solchen Leistungssteigerung hat der Zuwachs an Beschäftigten um ca. 25.000 auf fast 837.000 entscheidend beigetragen. Damit setzt das Bauhauptgewerbe einen Trend seit 2009 fort. Der Beschäftigtenstand lag damals bei 705.000 Beschäftigten.

In den einzelnen Bausparten gab es folgende Entwicklung:

Der Umsatz im Wohnungsbau erreichte 46,7 Mrd. € (+11,7%). Wie bereits in den letzten Jahren, prägt der Wohnungsbau auch in 2018 damit die Konjunkturentwicklung. Wir gehen weiter davon aus, dass im Jahr 2018 gut 300.000 WE errichtet wurden. Für das Jahr 2019 rechnet der ZDB mit einem Umsatzwachstum im Wohnungsbau von 5,5% bis 6% und einer Fertigstellung von 315.000 bis 320.000 Einheiten, davon ca. 170.000 WE im Mehrfamilienhausbau (inkl. Wohnheime) und 110.000 WE im Ein- und Zweifamilienhausbau.; (Differenz zu 320.000 WE durch Umbaumaßnahmen und WE in Nichtwohngebäuden). Stützung erhält der Wohnungsbau weiter durch günstige Zinskonditionen. Darüber hinaus werden das Baukindergeld und – sofern umgesetzt – die von der Bundesregierung beschlossene Sonder-Afa stützend wirken. Begrenzend auf ein höheres Wachstum wirkt insbesondere die Baulandknappheit.

Besonders dynamisch nahm die Umsatzentwicklung im Wirtschaftsbau mit +12,5% auf 45,2 Mrd. € zu. Befürchtete Negativszenarien auf die Investitionsneigung, wie der Brexit und Anspannungen im internationalen Handel, haben so nicht stattgefunden. So legten die veranschlagten Baukosten der Baugenehmigungen für Handel-, Fabrik- und Bürogebäude bis zum Jahresende (vorliegend bis November) um gut 18% zu. Die Order im Wirtschaftsbau erreichten per Dezember ein Plus von gut 13%; (entspricht auch dem Monatswert Dezember). Für 2019 erwartet der ZDB in dieser Sparte ein Umsatzwachstum um 6%.

Der Umsatz im öffentlichen Bau erreichte in 2018 ca. 34,6 Mrd. € (+9,2%). Die finanzpolitischen Rahmenbedingungen für den öffentlichen Bau bleiben auch im Jahr 2019 günstig. Der ZDB rechnet in dieser Sparte für 2019 ebenfalls mit einem Plus von 6%. Nach langen Jahren der Investitionszurück-haltung der öffentlichen Hand zeigt sich nun wieder ein deutliches Wachstum der Bautätigkeit bei Bund, Ländern und Gemeinden. Vorreiter war der Bund, der von 2014 bis 2017 die Investitionen bzw. Investitionszuschüsse in Bundesfernstraßen, Eisenbahnen des Bundes, Bundeswasserstraßen und den kombinierten Verkehr von 10,3 auf 13,3 Mrd. Euro gesteigert hat und den Investitionshochlauf bei 14 Mrd. € in den kommenden Jahren verstetigt.

Die Steigerung des Umsatzes um gut 11%, auf ca. 126,5 Mrd. € in 2018, ist deutlich mehr, als von ZDB und HDB mit ca. 6% zuletzt im Dezember in die Hochrechnung eingestellt wurde. Dazu haben insbesondere folgende Faktoren beigetragen:

Bei der Hochrechnung waren die Verbände für das letzte Quartal 2018 von einem Umsatzwachstum im Niveau des Jahresverlaufes bis September bei 6% ausgegangen. Tatsächlich hat das Bauhauptgewerbe ein fulminantes Schlussquartal 2018 hingelegt, mit einem Umsatzwachstum von durchschnittlich mehr als 14%. Ohnehin hat das letzte Quartal einen besonders hohen Saisonanteil, also hohes Gewicht.

Die Verbände hatten für das gesamte Jahr mit einer Preisentwicklung von knapp 5% gerechnet. Tatsächlich konnten die Bauunternehmen für Bauleistungen, nach den Daten des Statistischen Bundesamtes, Preiserhöhungen um 5,5% am Markt durchsetzen. Den Bauunternehmen gelingt es, dank der großen Nachfrage offensichtlich besser, die Risiken des Baugeschäfts angemessener einzupreisen. Die höheren Baupreise resultieren zuvorderst aus erhöhten Kosten für Baustoffe und Baumaterial. Die Kosten stiegen hier auf breiter Front; so z.B. bei Betonstahl im Jahresverlauf 2018 um über 10%, und für Bitumen um knapp 30%. Zudem wurde im Jahr 2018 eine Tariferhöhung von ca. 6 % wirksam.

Zwischenzeitlich liegen zudem die Ergebnisse der Totalerhebung zum Juni 2018 vor. Danach haben sich die Aufschätzungsfaktoren der Umsatzentwicklung für alle Unternehmen für 2018, auf Basis der Umsätze der Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten, rückwirkend deutlich erhöht. Das hat dazu geführt, dass auch die Unternehmen mit weniger als 20 Beschäftigten, nach dieser Datenlage, ein Umsatzwachstum oberhalb von 12% realisierten. Darauf haben die unterjährig vorliegenden Daten des Statistischen Bundesamtes zur Konjunkturentwicklung im Handwerk bisher nicht hingedeutet.