Halbjahresbilanz 2014 Bauhauptgewerbe: Deutliche Umsatzsteigerung dank erstem Quartal

Konjunkturelle Entwicklung im Bauhauptgewerbe im ersten Halbjahr 2014 (per Juni 2014) Der Umsatz im Bauhauptgewerbe schließt im ersten Halbjahr mit einem Umsatz von ca. 41,5 Mrd. € deutlich über dem Vorjahresniveau (ca. 37,7 Mrd. €) ab.

Das Plus von nahe 10% ist dabei maßgeblich auf die gute Auftragslage im ersten Quartal bei günstigen Witterungsbedingungen zurückzuführen. Der Juni 2014 hat gegenüber dem Jahresverlauf etwas an Tempo abgegeben (ca. -4%). Dabei dürfte es sich aber eher um einen Basiseffekt handeln, da im Vorjahr nach dem langen Winter im Juni deutlich die Produktion anzog. Die Frühindikatoren, Baugenehmigungen und Auftragseingänge, lassen in den nächsten Monaten eine Stabilisierung der positiven Umsatzentwicklung im Zielkorridor unserer Prognose ca. +4%) erwarten.
Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes zeigt sich in den Bausparten folgende Entwicklung:

Der Umsatz im Wohnungsbau erreicht mit 15,3 Mrd. €, nach 13,8 Mrd. € im ersten Halbjahr 2013, eine deutliche Steigerung (+11%). Die Entwicklung bei den Baugenehmigungen insgesamt per Juni (+12.000 WE; +9,6%) gegenüber dem Vorjahr zeigt eine deutliche Zunahme bei den Mehrfamilienhäusern (+ 12,8 %). Von den knapp 113.500 Wohneinheiten, die allein im Neubau genehmigt wurden stammen über 50% aus diesem Bereich. Demgegenüber stagniert die Zahl der Ein- und Zweifamilienhäuser bei ca. 54.000.

Hier wird deutlich, dass in vielen Ballungszentren und Universitätsstädten mittlerweile auf die Wohnungsknappheiten reagiert wird. In der Regel geht es dabei aber noch nicht in ausreichendem Maße um die Zurverfügungstellung von preiswerten Wohnungen. Jedenfalls deutet der hohe Anteil von Eigentumswohnungen an den Mehrfamilienhäusern von knapp 60% darauf hin, dass hier vielfach eine interessante Anlagemöglichkeit gesehen wird, die eher im oberen Preissegment angesiedelt sein dürfte.

Die Auftragsbestände zum Ende des ersten Quartals (ca. +5%) sowie die laufenden Order per Juni (+8,5%) deuten darauf hin, dass das Produktionsniveau in den nächsten Monaten hoch bleiben wird. Der Prognosewert von +5% sollte vor diesem Hintergrund gut zu halten sein.

Auch der Wirtschaftsbau kann das erste Halbjahr mit einem deutlichen Plus abschließen (+7,8%). Der anteilsstarke Wirtschaftshochbau erreicht mit 9,7 Mrd. € eine Steigerung um +8,3%. Der Wirtschaftstiefbau erreicht mit 5,4 Mrd. € eine ähnlich hohe Steigerung (+6,8%). Während die Steigerungsraten im Wirtschaftsbau im ersten Quartal noch deutlich im zweistelligen Bereich lagen, zeigt sich im zweiten Quartal eine deutliche Beruhigung (+1,25%).

Von den Frühindikatoren kommen zwiespältige Signale: Die Baugenehmigungen zu den industriellen Betriebsgebäuden (Fabriken, Lagerhallen, sonstige gewerbliche Industriegebäude) zeigen per Juni ein deutliches Plus von nahe 10% (nach umbauten Raum). Demgegenüber sind die Ordereingänge im Wirtschaftshochbau seit drei Monaten im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Das große Auftragspolster zum Ende des ersten Quartals dürfte vor dem Hintergrund der stabilen Umsatzentwicklung im zweiten Quartal daher geschrumpft sein. Aktuelle Umfragen in der Wirtschaft belegen vor dem Hintergrund internationaler Krisen eine zu Jahresbeginn noch nicht erwartete Skepsis zu den Perspektiven.

Im Wirtschaftstiefbau sind die Orderzugänge mit einem Plus von 6% ausgewiesen. Insgesamt sollte sich im zweiten Halbjahr ein Produktionsniveau im Wirtschaftsbau wie im Vorjahr entwickeln können. Durch den hohen Vorsprung im ersten Halbjahr würde damit der Prognosewert von ca. +3% erreicht werden.

Die Umsatzentwicklung im öffentlichen Bau hatte wegen der Tiefbaulastigkeit am deutlichsten von der guten Witterung im ersten Quartal profitiert (ein Plus von 34%). Zum Ende des ersten Halbjahres sind es +11,5%. Der Zuwachs wird vom Tiefbau getragen, der mit 8,7 Mrd. € auf ein Plus von 14% kommt. Demgegenüber erreicht der Hochbau mit 2,4 Mrd. € nur ein Plus von 1,3%.

Die Frühindikatoren deuten darauf hin, dass im Hochbau nicht mit einer Änderung des Trends zu rechnen ist. Die Baugenehmigungen liegen mit 15,6% zurück. Die Auftragsbestände zum Ende des ersten Quartals (-4%) und der Orderzugang (-2%) sprechen in den kommenden Monaten für eine Entwicklung etwas unterhalb des Vorjahresniveaus.

Im Tiefbau sieht es nicht viel besser aus, nachhaltige Auftragsimpulse fehlen (Order auf Vorjahresniveau). Offensichtlich werden nun doch die späte Haushaltsverabschiedung des Bundes sowie die beschränkten Investitionsmöglichkeiten der Länder und vieler Kommunen in den kommenden Monaten Wirkung zeigen. Gleichwohl kann vor dem Hintergrund des Halbjahresergebnisses weiter mit einem Prognosewert von ca. +3% gerechnet werden.

Die Zahl der Beschäftigten hat sich im Bauhauptgewerbe weiter stabilisiert. Nach den Daten der SOKA-Bau liegt die Zahl der gewerblichen Arbeitnehmer unterjährig bei 520.000 und damit um 1,6% über dem Vorjahreszeitraum.