13,1 % betragen die Nebenkosten beim Immobilienerwerb

Die Nebenkosten machen zukünftig mehr als 13 % des Kaufpreises (inkl. Nebenkosten) aus und verteuern Investitionen in dringend benötigte Wohnimmobilien.

Wer Wohneigentum erwirbt, zahlt nicht nur für das Grundstück und die Baukosten. Bezahlt werden müssen auch die sog. Nebenkosten. Sie werden für Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie Maklergebühren erhoben. Diese Kosten steigen seit Jahren, was den Erwerb von Wohneigentum zusehends verteuert.
Seit 2006 legen die Bundesländer den Steuersatz bei der Grunderwerbsteuer selbst fest. Dies nutzten die Länder (bis auf Sachsen und Bayern) dazu, die Steuer, die früher in Deutschland einheitlich 3,5 % betragen hat, systematisch zu erhöhen. So werden ab 1. Januar 2014 in Berlin 6 % und in Schleswig-Holstein 6,5 % auf den Kaufpreis fällig.

"Die Politik trägt damit auch dazu bei, dass zu wenig gebaut wird bzw. dass zu wenig in Wohneigentum investiert wird." So Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe zu dieser Entwicklung.

Zum ersten August 2013 steigen lt. Handelsblatt zudem die Gebühren für Notare und Grundbuchämter im Schnitt um 15 %, was vor allen Dingen Immobilienkäufer und Kreditnehmer trifft. Bislang galt, dass etwa 1,7 % des Kaufwertes an Notar- und Gerichtskosten einzuplanen sind. Nunmehr werden es knapp 2 % sein.

Schließlich wird oft noch eine Maklergebühr fällig, die von Bundesland zu Bundesland variiert. Der Käuferanteil liegt dabei zwischen knapp 4 % bis gut 7 %.

Die Nebenkosten liegen im unteren Beispielfall bei 8,3 %, im oberen bei 13,1 % des Kaufpreises inkl. Nebenkosten. D.h.: Bei einem Kaufpreis von 290.000 € für eine Wohnimmobilie werden je nach Bundesland zwischen 26.300 € und 43.900 € an Nebenkosten fällig, eine Differenz von fast 18.000 €, für die eine Familie, die im Monat 1.000 € beiseite legen kann, anderthalb Jahre sparen muss.

"Dieses führt dazu, dass sich gerade Schwellenhaushalte keine eigene Wohnung leisten können, denn diese Kosten müssen direkt beglichen werden und gehen zulasten des Eigenkapitals." erläuterte Pakleppa die Konsequenz einer verfehlten Politik.